Tánczos, Vilmos

Über die Bevölkerungszahl der Moldauer Tschangos[1]

Aus dem Ungarischen von Éva Zádor


In: Tánczos, Vilmos: Aufgetan is das Tor des Ostens. Csíkszereda, 1999, Pro-Print. 228-278.
Erschienen bei: A moldvai csángók lélekszámáról. In: Csángósors. A Magyarságkutatás könyvtára XXIII.
Bp. Teleki László Alapítvány, 1999. 7-32. (Hrsg.: Ferenc Pozsony)


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1. Der Volksname Tschango


In der als Moldau bezeichneten östlichen Provinz Rumäniens - das heißt in den Komitaten Bacãu, Botoºani, Iaºi, Neamþ, Vaslui und Vrancea - leben nach der rumänischen Volkszählung aus dem Jahr 1992 nahezu eine Viertelmillion (ganz genau: 243.133) Katholiken. Die ungarische und internationale Fachliteratur ist sich einig darüber, daß die in Moldau lebende katholische Bevölkerung - mit Ausnahme der verschmolzenen Volkselemente rumänischen, deutschen, polnischen, italienischen und roma Ursprungs - ungarischer Abstammung ist. Diese Tatsache wird auch von bedeutenden rumänischen Forschern anerkannt.[2] Darüber hinaus scheint es sogar wahrscheinlich, daß ein bestimmter Teil der griechisch-orthodoxen rumänischen Bevölkerung Moldaus einst ebenfalls zur ungarischen Ethnie gehörte. Von einer wissenschaftlichen Forschung hingegen, die sich ausgesprochen darauf bezöge, kann kaum die Rede sein.[3] Aufgrund des Mangels an entsprechenden Forschungsergebnissen können wir heute nur erahnen, daß die Assimilation der ungarischen Katholiken in Moldau vom 16.-18. Jahrhundert nicht nur sprachlicher sondern auch religiöser Natur war: In bestimmten Dörfern verloren sie nicht nur ihre Sprache sondern auch - auf Druck des Bojaren, Fürsten beziehungsweise infolge des Mangels an Pfarrern - ihre Religion. Einzelne Ortsnamen Moldaus,[4] die geographischen Benennungen des Landesteiles, das Material an Familiennamen sowie die erwähnten geschichtlichen Berichte lassen zweifelsohne auf Prozesse dieser Art schließen. Die Assimilation in umgekehrter Richtung, das heißt das Aufgehen der rumänischsprachigen griechisch-orthodoxen Bevölkerung in die römisch-katholische ungarische Einwohnerschaft, ging wohl in viel geringerem Verhältnis vonstatten, doch die Familiennamen rumänischen Ursprungs in katholischen Dörfern machen darauf aufmerksam, daß auch ein Prozess in diese Richtung existiert hat.

Die in Moldau lebenden Katholiken werden in der Wissenschaft und im allgemeinen Bewußtsein unter dem Namen csángó (Tschango) bezeichnet. (Darüber hinaus wird die auf dem Gyimes-Pass und dem bei Brassó gelegenen Hétfalu lebende Bevölkerung ungarischer Ethnie ebenfalls als csángó bezeichnet, manchmal sogar auch die Szekler, die zum Ende des 18. Jahrhunderts nach Bukowina ausgewandert und später ins Karpatenbecken zurückgesiedelt sind.) Die Ethymologie des Namens dieses Volksteiles ist auch hinsichtlich der Geschichte des Tschangotums ein wichtiger Beitrag: Nach einer wissenschaftlichen Ansicht, die von breiten Kreisen vertreten wird, doch noch nicht überzeugend belegt werden konnte, ist das Wort csángó eine Ableitung des Verbes csang/csáng mit der Bedeutung "herumstreifen", "sich herumtreiben", "wandern", "streunen" usw., demnach verweist also der Name der Volksgruppe deutlich auf sein herumziehendes Wesen.[5]

Die ungarische Ethnie Moldaus ist jedoch weder aus historischen, noch sprachlich-volkskundlichen Gesichtspunkten einheitlich. Die Mehrheit der Forscher hält auch die vereinheitlichende Bezeichnung csángó für falsch, indem sie das ältere Ungarntum, das sich im Mittelalter in Moldau niedergelassen hat, von den Szekler Flüchtlingen, die vom 17.-19. Jahrhundert (vor allem zum Ende des 18. Jahrhunderts) in kleineren und größeren Wellen eingetroffen sind, voneinander trennen. Einzelne sprechen von einem Moldauer Ungarntum und einem Moldauer Szeklertum,[6] andere meinen den offensichtlichen Unterschied, mit den Termini Tschango-Ungarn und Szekler-Ungarn faßbar machen zu können.[7] Der verbreitete Gebrauch des Namens Tschango kann heute trotzalledem nicht nur im alltäglichen Wortgebrauch, sondern auch in Kreisen von Historikern, Sprachwissenschaftlern und Volkskundlern als allgemein bezeichnet werden. Die Assimilations- und Akkulturationsprozesse in Moldau verwischen zunehmend die kulturellen Unterschiede, die sich in der traditionellen Volkskultur, in der Sprache, im historischen Bewußtsein usw. verbergen, so daß es scheint, als ob die Bevölkerung Szekler Ursprungs, die sich früher überhaupt nicht für Tschangos gehalten hat, heute auf sich selbst bezogen doch die Bennenung Tschango akzeptieren würde. Dieses Wort bedeutet heutzutage für beide Gruppen den Zustand, weder hierhin noch dorthin zu gehören, beziehungsweise sich sowohl vom Rumänentum als auch gleichermaßen vom Ungarntum entfernt befinden, und es trägt auch zugleich den pejorativen Bedeutungsinhalt der Entartung, Gemischtheit, Unvollkommenheit in sich.


2. Die Frage des Ursprungs. Die geographisch-historische Gliederung des Tschangotums.


Die historischen Quellen erwähnen die Moldauer Ungarn vom 18. Jahrhundert an. In der Frage nach ihrem Ursprung existiert jedoch selbst heute noch kein zufriedenstellender wissenschaftlicher Standpunkt. Die romantische Aufassung, daß die Tschangos die Nachfahren der Kumanen seien,[8] ist seit langem verworfen, und auch die Anhänger jener Theorie, die die Grundschicht des Moldauer Ungarntums als einen ungarischen Bruchteil jener betrachtet, die außerhalb der Karpaten geblieben seien und nicht an der Landnahme teilgenommen haben,[9] zeigen sich nurmehr vereinzelt. Heute wird allgemein jene Ansicht akzeptiert, daß die Moldauer Ungarn irgendwann im Laufe des Mittelalters nicht von Osten sondern von Westen her, aus dem Karpatenbecken in ihr heutiges Siedlungsgebiet gekommen sind.[10] Die Meinungen scheiden sich jedoch dahingehend, wann die erste Niederlassung und mit welchem Ziel geschehen ist, weiterhin darin, aus welcher Region des ungarischen Sprachgebietes die Aussiedlung nach Moldau erfolgt ist. Die Mehrheit der Forscher bringt die Bevölkerung mit den Ungarn der Region des Szamos-Tales und sogar der oberen Theissregion[11] in verwandschaftlichen Zusammenhang. Nach einer Theorie, die auf der Sprachgeographie basiert, sonderte sich die Mehrheit des Tschangotums von dem Ungarntum der Region Mezõség im Inneren Siebenbürgens ab.[12] Es ist anzunehmen, daß neben der ungarischen Bevölkerung nicht-szekler Herkunft bei der Einsiedlung nach Moldau bereits im Mittelalter auch Szekler teilgenommen haben, ihre Präsenz ist vor allem in den südlichen Teilen (am unteren Lauf des Szeret und des Tatros) anzunehmen.[13]

Es ist eine allgemein anerkannte Ansicht, daß die Vorfahren der Tschangos mit der Unterstützung einer planmäßigen ungarischen Reichspolitik nach Moldau gekommen sind; ihre Aufgabe war die Kontrolle, Verteidigung der östlichen Grenzen des ungarischen Königtums im Mittelalter. Diese Grenzlinie verlief an der Linie des Szeret, so blieb der östliche Zug der ungarischen Ethnie im Mittelalter nicht bei den Karpaten stehen. Die ungarischen Könige waren bestrebt auch die Gebiete jenseits der Grenzlinien militärisch in Besitz zu haben, indem sie ihre Beobachtungsstellen, Wachen, Grenzburgen bis an die Linie des Dnjestr und der Donau vorschoben. (Kilia, Dnyeszterfehérvár/Akkerman, Brãila, Orhei/Õrhely usw.) Die planmäßige Umsiedlung, die der Verteidigung der Grenzlinien diente, kann in keiner Weise vor dem Ende des 13. Jahrhunderts gewesen sein. Die ersten Moldauer Grenzsiedlungen können frühsten nach dem Tatarensturm von 1241-42, und dann zu Beginn des 14. Jahrhunderts gegründet worden sein. Im 15. Jahrhundert stieg die Zahl der Moldauer Ungarn auch durch die aus Südungarn geflohenen, von der Inquisition verfolgten hussitischen Ketzer an.

Jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehrt jene rumänische Auffassung, die die Moldauer Tschangos als Rumänen betrachtet, die durch die katholische Kirche magyarisiert worden sind. Diese aus ideologischer Veranlassung geborene Theorie ist dazu berufen, heute der Rückrumänisierung zu dienen.[14] Die geschichtlichen Urkunden,[15] das Material zu Orts- und Personennamen,[16] die volkskundlichen Sachverhalte[17] belegen, daß in bestimmten Gebieten Moldaus - vor allem in den Flußtälern im Vorgebiet der Karpatenpässe, das heißt an Orten, die hinsichtlich militärisch-strategischer Gesichtspunkte eine Schlüsselrolle spielten - die ungarische Ethnie bereits vor der Einsiedlung des Rumänientums präsent war.

Das Moldauer Ungarntum genoß bis zur Zeit der Niederlage von Mohács (1526) den Schutz des starken, zentralisierten ungarischen Königtums, denn diese Ethnie war damals ein wichtiger Faktor einer Reichspolitik. Es ist durch historische Quellen belegbar, daß zur Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert das zahlenmäßig größte nicht-rumänische Volk im ethnisch vielfältigen Moldau das ungefähr 20-25.000 Personen betragende Ungarntum war,[18] obgleich es beinahe unmöglich ist, die Gesamtzahl der Bewohner der Wojwodschaft zu schätzen. Nach der Registratur des Woiwoden Péter Sánta (Petre Schiopul) aus dem Jahre 1591 hätte Moldau damals insgesamt 47.167 Einwohner gehabt, doch es ist kaum zu glauben, daß sich diese Zahl auf das gesamte Gebiet Moldaus beziehen könnte.[19] Die rumänischen Historiker schätzen die Einwohnerschaft beider Woiwodschaften zum Ende des Mittelalters auf eine halbe Million, doch entbehrt diese Schätzung jeglicher Grundlage; die wirkliche Zahl muß wahrscheinlich irgendwo zwischen den beiden Angaben gesucht werden.[20] Das demographische Gewicht des Ungarntums war auf jeden Fall bedeutend und wurde durch die gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Rolle der ungarischen Ethnie noch zunehmend betont war.

Die ansiedelnde ungarische Ethnie besetzte das breite und fruchtbare Überschwemmungsgebiet des größten Flußes, des Szeret, insbesondere die Umgebung der Mündungsgebiete der von Westen her einströmenden Nebenflüsse (Moldau, Beszterce, Tatros). Damals bestand das Moldauer ungarische Siedlungsgebiet aus geschlossenen, nah beieinanderliegenden und in Kontakt stehenden Einheiten (z. B. zwischen Szucsava und Románvásár, in der Umgebung von Bákó, am rechten Ufer des Szeret, am unteren Lauf des Tatros usw.), wo die Siedlungen eine zusammenhängende Kette bildeten. An Stellen, die unter wirtschaftlichen, kaufmännischen, militärisch-strategischen Gesichtspunkten von Bedeutung waren, entstanden auch Städte (Roman = Román[vásár]i, Bacãu = Bákó, Adjud = Egyed[halma], Trotuº = Tat[á]ros, Târgu-Ocna = Aknavásár, Baia = [Moldva]bánya, Iaºi = Jász[vásár], Husz, Barlád usw.), deren Einwohnerschaft ungarisch und zum Teil deutsch war. In Moldau entwickelte sich das städtische Leben, der Handel im 14.-15. Jahrhundert aufgrund der Tätigkeiten der Ungarn und der Deutschen. (Vielsagend ist beispielsweise, daß das rumänische Wort "oraº" eine Übernahme des ungarischen Wortes "város" (Stadt) ist.) Die bürgerliche Entwicklung geriet jedoch wegen der unvorteilhaften politisch-militärischen Verhältnisse bereits zum Ende 16. Jahrhunderts ins Stocken, und nahm infolge der tatarisch-kosakischen Kriegszüge im 17. Jahrhundert endgültig ihr Ende. Die Bevölkerung der Handwerker und Kaufleute, die zum größten Teil der ungarischen Ethnie angehörte, assimilierte sich in den Marktflecken zum Rumänentum, das die Majorität bildete.[21]

Die Einwohner der ethnisch und religiös homogenen tschango Dörfer, die ins Flachland gesiedelt waren und sich in erster Linie mit Pflanzenbau beschäftigten, waren ursprünglich Freibauern - obgleich viele später, im Laufe des 17.-18. Jahrhunderts zu Leibeigenen wurden -, das heißt die Dorfgemeinschaft zahlte ihre Steuern korporativ und direkt, ohne Vermittlung des Bojaren an den Woiwoden. Es ist anzunehmen, daß die freien rumänischen Dörfer in Moldau von ihnen bestimmte Wirtschaftstechniken und Rechtsbräuche übernommen haben (z.B. die Formen der Selbstverwaltung, die regelmäßige Aufteilung der Felder dur Bogenschießen in der Feldmark, die Rolle der Stammesgruppen beim Besitz des Bodens usw.).[22] Die Einwohner der Moldauer Dörfer mit dem Rechtsstatus der Freibauern nannte man im Mittelalter "rãzeºi", was die Ableitung des ungarischen Wortes "részes" (Beteiligter) ist.[23] Das Siedlungssystem von Hofgruppen-Sackgassen, das die Stammesverhältnisse abbildet, lebt in einzelnen Dörfern noch heute fort.[24]

Aus dem Ortsnamenmaterial, der Lage der im Laufe der Zeit rumänisierten Dörfer, aus den erhalten gebliebenen Schriftdenkmälern können wir eindeutig darauf schließen, daß das Siedlungsgebiet des nach Moldau gesiedelten Ungarntums sehr viel größer war, als jenes Gebiet, auf dem die heutigen Nachkömmlinge dieser Population leben. Aufgrund kriegerischer Verwüstungen und der sprachlich-religiösen Assimilation ist die ungarische Ethnie aus bestimmten Gebieten vollkommen verschwunden, die Kette der Dörfer ist an mehreren Stellen gerissen, das Siedlungsgebiet geschrumpft. Die Nachkommen des Moldauer Ungarntums mittelalterlichen Ursprungs und nicht Szekler Herkunft lebt heute nurmehr auf zwei Sprachinseln, in den Dörfern nördlich von Románvásár (die sog. nördlichen Tschangos) und in einigen südlich von Bákó (die sog. südlichen Tschangos). Die geographisch zentrale Lage der bis heute erhalten gebliebenen Dörfer und ihre vorteilhaften wirtschaftlichen Voraussetzungen weisen darauf hin, daß ihre Bewohner zu den ersten Einsiedlern des Landesteiles gehört haben. Sowohl für das nördliche als auch für das südliche Tschangotum ist die stark archaische Sprache gleichermaßen charakteristisch (z.B. die zischende Ausprache des Lautes "sch", die sich zwischen "sch" uns "s" befindet, die altertümliche Aussprache der heute mit "ly" ("j") bezeichneten Lautkombination als "lj" usw.), weiterhin die Volkskultur, die noch viele alte Elemente bewahrt hat.

Die größten und am zentralsten gelegenen Dörfer der nördlichen Tschangos sind Szabófalva und Kelgyest, um diese herum können in noch einigen katholischen Dörfern die Älteren mehr oder weniger ungarisch (Jugán, Újfalu/Traian, Bargován usw.), in den übrigen Dörfern hat sich das Ungarntum vollkommen rumänisiert. Aus dem Zentrum der nördlichen Sprachinsel (größtenteils aus Szabófalva) sind Balusest und Ploszkucény am unteren Lauf des Szeret entstanden.

Die wichtigsten Dörfer der südlichen Tschangos, die unterhalb von Bákó liegen, sind Bogdánfalva, Trunk, Nagypatak und Gyoszény, das starken Szekler Einfluß aufweist. Eine Folge der Bevölkerungsabwanderung aus Bogdánfalva nach dem Ersten Weltkrieg ist Újfalu. In Szeketúra verstehen nurmehr die Alten ungarisch.

Aufgrund der kriegerischen Verwüstungen im 16. und 17. Jahrhundert, der Seuchen und nicht zuletzt aufgrund der sprachlichen und religiösen Assimilation zum Rumänentum hatte die Zahl der Ungarn in Moldau stark abgenommen, und begann erst im Laufe der sich verstärkenden Szekler Auswanderungen von der Mitte des 18. Jahrhunderts an wieder in bedeutendem Maße zuzunehmen. Szekler trafen besonders zur Zeit des Angriffs auf Mádéfalva aus dem östlichen Szeklerland - aus dem katholischen Csík und aus Gyergyó, sowie aus Háromszék - in großer Zahl ein, so daß die Mehrheit der auch heute noch existierenden sog. szekler-tschango Dörfer zu dieser Zeit entstand. Da in einem großen Teil des wirtschaftlich unentwickelten Szeklerlandes auch das Anbaugebiet für Landwirtschaft begrenzt war, setzten sich die Übersiedlungen nach Moldau aufgrund der Überbevölkerung auch noch im 19. Jahrhundert fort. Der Takt der Auswanderung wurde um die Jahrhundertwende herum wieder schneller, doch zu dem Zeitpunkt waren bei der Auswanderung die Hauptzielpunkte der Szekler, die gezwungen waren, sich jenseits der Karpaten niederzulassen, bereits die größeren Städte des Rumänischen Königtums (Regat).

Unter den Übersiedlern nach Moldau gab es auch einen kleineren Anteil von Kalvinisten, der sich innerhalb von kurzer Zeit zu den Katholiken assimilierte. In bestimmten Dörfern (z.B. Szászkút, Prálea, Vizánta) bildeten die Reformierten die Mehrheit, doch bewahrten ihre ursprüngliche Religion nicht einmal hier. Dieses phänomen bedeutet gleichzeitig auch, daß unter diesen keine Moldauer Tschangos zu suchen sind; die 518 ungarischen Kalvinisten in Moldau, die die Volkszählung von 1992 aufweist, sind Zugezogene neueren Datums.

Jene Moldauer Ortschaften, in denen Szekler Tschangos leben, unterscheiden sich stark voneinander:

a. Beim Höhepunkt der Flüchtlingswellen (zum Ende des 18. Jahrhunderts) machten sich große, zusammengehörende Massen auf den Weg nach Osten, und diese Gruppen blieben größtenteils auch in Moldau zusammen. Zu der Zeit dürften in den unbewohnten oder dünn besiedelten Gebieten die größten, ethnisch-religiös homogenen Dörfer der Moldauer Szekler entstanden sein (Pusztina, Frumósza, Lészped, Szõlõhegy und Umgebung, Magyarfalu, Lábnik, Kalugarén usw.). Da die besseren Anbaugebiete zu dem Zeitpunkt schon besetzt waren, mußten sich die Ankömmlinge mit den engeren Tälern der kleineren Flüsse und Bäche zufrieden geben; daher ist auch für diese relativ großen Moldauer Szekler Dörfer ein gewißer Bergcharakter kennzeichnend.

b. Bei einer Anzahl von Dörfern können wir annehmnen, daß eine existierende ältere ungarische Einwohnerschaft - zuweilen nachweisbar mittelalterlichen Ursprungs - von der Ansiedlung durch Szekler überdeckt wurde, wodurch eine bedeutende Veränderung in Sprache und Volkskultur des betreffenden Dorfes stattfand. Im Gebiet des Szeret sind solche Dörfer mit Sicherheit Gyoszény, Lujzikalagor, Klézse und Forrófalva,[25] eventuell auch Külsõrekecsin und Szászkút. Am Tatros und seinen Nebenbächen besaßen wohl auch Gorzafalva, Tatros und vielleicht auch Onyest eine ältere ungarische Bevölkerung. Aufgrund des starken Szekler Einflusses wurde der ursprüngliche Dialekt undeutlich, die dialektale Eingliederung von Dörfern dieser Art erwies sich für die Sprachwissenschaftler, die mit den Methoden der Sprachgeographie forschten, als problematisch.[26] Interessant ist, daß bei dem nördlichen Tschangotum nirgendwo eine Vermischung mit den Szeklern stattgefunden hat, was damit zu erklären ist, daß die nördlichen Tschangosiedlungen dichter bevölkert waren, und für diese schneller wachsensden Dörfer selbst die Bevölkerungsabwanderung charakteristisch war.

c. Die Szekler, die in kleineren Gruppen isoliert eintrafen oder später (im Laufe des 19. Jahrhunderts) kamen, eventuell aus bereits bestehenden Moldauer Dörfern umsiedelten, ließen sich auch in rumänischen Dörfern und in deren Umgebung nieder. Es ist vorstellbar, daß bestimmte Ansiedlungen von Szeklern und Rumänen gleichzeitig bevölkert wurden. In diese letzte, ethnisch gemischte dritte Gruppe der Szekler tschango Dörfer können jene kleinen Ortschaften mit gemischter Einwohnerschaft (Gerlény, Lilijecs, Szaloncka, Szerbek, Gyidráska, Jenekest, Turluján, Bogáta, Dormánfalva, Szárazpatak usw.) eingeordnet werden, die in den Tälern kleinerer Flüsse (Tatros, Tázló, Aranyos-Beszterce und andere Bäche) liegen; sogar im Gebiet am Szeret finden wir noch solche Dörfer vor (Ketris, Furnikár, Dózsa/Újfalu usw.). In den Bergregionen der Karpaten ist ebenfalls eine ähnliche ethnische Vermischung vor sich gegangen. (Csügés, Bruszturózsa, Gutinázs, Fûrészfalva, Vizánta usw.) Ungarische Ortschaften oder Ortsteile mit geringer Einwohnerschaft sind auch noch in den Quellengebieten der Bergbäche, oberhalb den rumänischen Dörfern, die an den unteren Läufen der Bäche liegen, zu finden. (Kukujéc, Ripa, Larguca, Esztrugár/Neszujest, Váliri, Berzunc/Butukár, Szálka, Szalánc, Cserdák, Kápota, Prálea usw.)

Insgesamt kann festgehalten werden, daß die Szekler, die im Laufe des 18.-19. Jahrhunderts in Moldau eintrafen die noch unbesiedelten Gebiete, die zum Großteil Bergcharakter besaßen - nur in beschränktem Maße für Landwirtschaft, Weinanbau geeignet waren, doch zur Viehzuht und auch Forstbewirtschaftung genutzt werden konnten - besetzten, und sich auf einem relativ großen Gebiet verstreuten. Die Bevölkerungszahl ihrer Dörfer ist im allgemeinen geringer als die der im Mittelalter besiedelten Moldauer ungarischen Dörfer, und sie leben vielerorts in einer ethnisch-religiös gemischten, diasporaartigen Umgebung, was ihre Assimilation zum Rumänentum begünstigt. Dessen ungeachtet muß hervorgehoben werden, daß dieser Teil Szekler Ursprungs des Moldauer Tschangotums sich weniger assimiliert hat, als die ungarische Bevölkerung, die sich im Mittelalter niedergelassen hatte, so daß ungefähr 80% der Moldauer Katholiken, die bis heute ihre Muttersprache bewahrt haben, der Szekler Schicht angehören.


3. Historische demographische Angaben


Auf der Grundlage der Quellen (z.B. kirchlicher Registraturen, Aufzeichnungen von Reisenden usw.), die aus dem 16.-18. Jahrhundert stammen, kann die historische Entwicklung der Zahl der Moldauer Katholiken nur mit annähernder Genauigkeit geschätzt werden. Von der ersten Hälfte, doch vor allem von der Mitte des 19. Jahrhunderts an verfügen wir bereits über annähernd exakte Angaben, denn aufgrund der kirchlichen Schematismen, der durch die Fürsten angeordneten Registraturen, später aufgrund der ersten offiziellen Volkszählungen (1859, 1899) und der ersten wissenschaftlichen Mitteilungen können wir ein Bild über die hauptsächlichen demographischen Prozesse erhalten. Bei den Volkszählungen des 20. Jahrhunderts, die moderne Methoden anwenden, kann man sich eigentlich nur auf jene aus den Jahren 1930, 1941 und 1992 stützen, denn in diesen wurden Angaben zur Konfession in Bezug auf die jeweiligen Dörfer veröffentlicht. Die Volkszählungen der sozialistischen Epoche (1956, 1966, 1977) veröffentlichten die Ergebnisse nur auf der Ebene größerer Verwaltungseinheiten, oder falls Angaben Dörfer betreffend veröffentlicht wurden (1966), dann wurde nicht nach der religiösen Zugehörigkeit gefragt, so daß sie in Bezug auf das Moldauer Tschangotum nicht zu Formulierungen von Schlußfolgerungen geeignet sind.

Auf der Grundlage der oben genannten lückenhaften Quellen kann man doch - vor allem im Licht der Angaben der Volkszählung aus dem Jahre 1992 - auf die hauptsächlichen demographischen Prozesse der Moldauer Katholiken schließen (z.B. Umfang der Bevölkerungszunahme, Abwanderung der Bevölkerung in andere Verwaltungseinheiten, Entwicklung der Verhältniszahl in Relation zur mehrheitlichen griechisch-orthodoxen Bevölkerung usw.), doch diese Arbeit ist von der Forschung noch nicht vorgenommen worden.[27] So müssen wir uns heute mit der Skizzierung der globalen historischen Angaben in Bezug auf ganz Moldau zufrieden geben, denn die kleineren räumlichen Einheiten betreffend verfügen wir kaum über vergleichbare (das heißt auf die gleiche räumliche Einheit oder Verwaltungseinheit bezogene) historische Angaben beziehungsweise nutzbare Forschungsergebnisse.


Tabelle 1.
Die historische Entwicklung der Zahl der Moldauer Katholiken:

Zeitpunkt Zahl der Katholiken Quelle der Angaben
 
Anfang 15. Jh.
(geschätzte Angabe)
ca. 25-30.000
(davon ungarischer Ethnie: 20-25.000)
  MIKECS 1941. 245-246.
1591 ca. 15.000
  MIKECS 1941. 246. (kirchl. Registratur: B. Brutti)
1646   5.577
  MIKECS 1941. 245. und BENDA 1989. 31.
  (kirchl. Registratur: M. Bandinus)
1696   2.799
  BENDA 1989. 31. (kirchl. Registratur: unbekannt)[28]
1744   5.500
  AUNER 1908. 48. (R. Jezierski, Bischof von Bákó)
1807 21.307
  AUNER 1908. 65. (Konsul Hammer)
1851 45.752
  DOMOKOS 1987. 116-119. (kirchl. Schematismus)
1859 52.811
  offizielle Volkszählung (zitiert von: SZABADOS 1989. 92.)
1875 58.809
  DOMOKOS 1987. 116-119.
1899 88.803
  offizielle Volkszählung (zitiert von SZABADOS 1989. 92.)
1902 64.601
  AUNER 1908. 79. (kirchl. Schematismus)[29]
1912 97.771
  offizielle Volkszählung [30]
1930 109.953  
  offizielle Volkszählung [31]
1992 240.038  
  offizielle Volkszählung [32]

Die demographische Angabenreihe oben erklären die erwähnten skizzenhaft dargestellten Ereignisse der Geschichte des Moldauer Ungarntums.

Die augenfällig große Zunahme in den beiden letzten Jahrhunderten ist nicht erneuten Einwanderungen sondern dem außerordentlich hohen natürlichen Zuwachs zuzuschreiben. Zum 19-20. Jahrhundert nahmen die für die vorhergegangenen Jahrhunderte charakteristischen seuchenartigen Krankheiten ein Ende, die gesundheitliche Versorgung besserte sich, die Kindersterblichkeit ging zurück, während die Moldauer Katholiken ihr früheres demographisches Verhalten, das seine Wurzeln in einer archaischen religiösen Mentalität hatte, beibehielten, und dies hatte einen Bevölkerungszuwachs zum Ergebnis, der im europäischen Vergleich ohne Beispiel ist.

Die Zahl der in Moldau lebenden Katholiken stieg zwischen 1930-1992 von 109.053 auf 240.038 Personen an, und dieser Zuwachs von 118% übertrifft selbst die 67% Zunahme des Landesteiles (Moldau) - ebenfalls einzigartig hoch - bei weitem. Gleichzeitig müssen wir auch beachten, daß das überbevölkerte Moldau in den Jahren der sozialistischen Industrialisierung das Gebiet Rumäniens mit der bedeutendsten Bevölkerungsabwanderung war, und ein Teil der Moldauer Tschangos zu dem Zeitpunkt gemeinsam mit dem Rumänentum auch in die siebenbürgischen Städte, sowie in die Industriegebiete des südlichen Landesteiles zog. Die Zahl jener, die nach Siebenbürgen gezogen sind, schätzen wir auf etwa 50.000, die Zahl derjenigen, die sich im Havasalföld und Dobrudscha niedergelassen haben hingegen auf etwa 15.000.[33] Über die nicht zu vernachlässigende Zahl der tschango Gastarbeiter, die sich zum Zeitpunkt der Volkszählung (Januar 1992) im Ausland - vor allem in Israel, Ungarn, Rußland - aufgehalten haben, verfügen wir über keine Angaben. Zieht man all dies in Betracht, so kann festgestellt werden, daß die demographische Zunahme nach 1930 eigentlich keine 118% sondern 180% betrug, die Bevölkerungszahl der Personen von tschango Herkunft hat sich also auf dem Gebiet ganz Rumäniens in den sechs Jahrzehnten zwischen 1930-1992 beinahe verdreifacht.


4. Sprachliche Assimilationsprozesse


In der Literatur in Bezug auf die Moldauer Tschangos finden wir relativ viele Angaben hinsichtlich dessen, daß diese ungarische Volksgruppe, die in ihrer Grundschicht mittelalterlichen Ursprungs ist, im Laufe ihrer Geschichte von mehreren Jahrhunderten sich beständig rumänisiert hat beziehungsweise rumänisiert worden ist. Als Ergebnis der Assimilationsprozesse kennt die Mehrheit der Moldauer Katholiken heute bereits die Muttersprache ihrer Vorfahren nicht mehr und hält sich selbst für Rumänen.

Selten begegnet man jedoch Angaben, die sich mit der Tatsache der Assimilation beschäftigen, und so können wir über die Assimilationsprozesse aus der Zeit vor dem 20. Jahrhundert, aufgrund des Mangels an entsprechenden Quellen, eigentlich nur sehr wenig sagen. Wie ersichtlich war, sind wir selbst die Entwicklung der absoluten Zahlen der Katholiken betreffend in der Zeit vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert auf indirekte Schätzungen angewiesen, über die bereits damals inganggekommenen Assimilationsprozesse verfügen wir hingegen bloß über einige Berichte hinweisender Art und über vereinzelte Angaben. (Wir müssen uns dabei in erster Linie auf kirchliche Berichte, zu Berichte von Abgesandten, zu Nachrichten, die in Berichten von Reisenden auftauchen, stützen.)

Die Angaben der rumänischen Erhebungen, die aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen, können wir nicht nur die absolute Zahl der Katholiken betreffend, sondern auch hinsichtlich der Muttersprachlichkeit als glaubhaft annehmen.[34] Ein Problem stellt nicht so sehr die Zuverlässigkeit der Angaben als vielmehr die Lückenhaftigkeit der Erhebungen dar.

Die Schematismen des Bistums von Jászvásár geben nur über die Gesamtzahl der Katholiken Aufklärung (siehe Tabelle 1.), aus dem Grund sind die Angaben zur Muttersprache der Volkszählung aus dem Jahr 1859 außerordentlich wertvoll. Diese Erhebung weist von den 52.881 Katholiken Moldaus 37.825 Personen (71,6%) mit ungarisch als Muttersprache aus, die verbleibenden 15.085 Katholiken (28,4%) hatten demnach bereits damals rumänisch als Muttersprache. Die Volkszählungsergebnisse wurden auch nach Komitaten gegliedert veröffentlicht,[35] so kann diese Erhebung als Ausgangspunkt für weitere, detailierte Forschungen dienen. In Kenntnis der heutigen Verhältnisse ist es verblüffend, daß sich im Jahr 1859 noch 86,6% (von 25.896 Katholiken 22.426 Personen) der katholischen Bevölkerung des Komitats Bákó und 94,6% (von 15.588 Katholiken 14.736 Personen) der katholischen Bevölkerung des Komitats Román noch als Ungarn bezeichneten. Im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts, wahrscheinlich sogar um die Jahrhundertwende herum, herrschten im zentralen, klassischen Siedlungsgebiet der Moldauer Tschango-Ungarn - das heißt in den nördlichen tschango Dörfern in der Umgebung von Románvásár, in den tschango Dörfern südlich von Bákó, sowie in allen szekler-tschango Dörfern - ähnliche sprachliche Zustände wie heute im Szeklerland. Die Assimiliation begann also in den Randgebieten, unter den Katholiken, die in eine diasporaartige Situation gekommen waren: Zu der Zeit lebte außerhalb der Komitate Bákó und Román nur ungefähr ein Fünftel der Moldauer Katholiken (von 52.811 Personen 11.397 Personen), doch von ihnen bezeichneten sich nurmehr 633 Personen (5,8%) als Ungarn.

Die folgende Moldauer Volkszählung aus dem Jahr 1899 untersuchte bedauerlicherweise nicht die Verhältnisse in Bezug auf Muttersprache und Nationalität. Die Lückenhaftigkeit der Volkszählung ersetzt jedoch zum Teil die zwischen 1898 und 1902 in fünf Bänden erschienene, anspruchsvoll ausgeführte, wissenschaftliche Arbeit mit dem Titel Marele Dicþionar Geografic al României (Großes Geographisches Wörterbuch Rumäniens),[36] in der Angaben, die aus offiziellen Quellen stammen, nach Ortschaften gegliedert, veröffentlicht worden sind. Im Fall von bedeutenderen Ortschaften, die (auch) von Katholiken bewohnt waren, wird zahlenmäßig auf die ethnische Zugehörigkeit der Bevölkerung beziehungsweise auf die Muttersprache verwiesen. Diesem wichtigen Quellenwerk schenkten die ungarischen Tschangoforscher jedoch- obgleich sie von ihm wußten - nicht die angemessene Beachtung.[37] Auf der Grundlage der dort veröffentlichten demographischen Angaben können wir schließen, daß der Anteil der Katholiken, die sich als Ungarn bezeichneten, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch in den Komitaten Bákó und Román zurückging.[38]

Die sprachliche Assimilation des Moldauer Tschangotums nahm also eigentlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein beträchtliches Ausmaß an, doch betraf dieser Prozeß noch zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich nur die Katholiken, die sich innerhalb von Ortschaften in einer diasporaartigen Situation befanden, und jene Dorfbevölkerung, die zwischen rumänischen Dörfer eingekeilt war, vor allem die Randgebiete des nördlichen tschango Teils. Auf der Grundlage der beiden oben genannten Quellen ist zu belegen, daß der bedeutende Anteil der ungarischen katholischen Bevölkerung, die in der Diaspora lebte und am stärksten der Gefahr der Angleichung ausgesetzt war, infolge der Überbevölkerung aus dem traditionellen Siedlungsgebiet der Tschangos in der Umgebung von Románvásár beziehungsweise in geringerem Maße von Bákó in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgewandert ist.[39] Die tschango Diaspora, die durch diese Abwanderung entstand, ist gemeinsam mit einigen größeren, doch isolierten Dörfern noch in diesem Jahrhundert verschmolzen. Im Zentrum der nördlichen Sprachinsel (in Szabófalva und der direkten Umgebung), doch hauptsächlich im Kreis des südlichen Tschangotums in der Umgebung von Bákó, sowie in den größeren szekler-tschango Dörfern entlang des Tatros und des Tázló hat die sprachliche Assimilation um die Jahrhundertwende noch nicht begonnen, die ungarischsprachige Bevölkerung sprach hier zu der Zeit noch so gut wie kein rumänisch.

Aufgrund des Mangels an entsprechenden Angaben ist es beinahe unmöglich, die Assimilationsprozesse, die im 20. Jahrhundert vonstatten gegangen sind, zu erfassen. Die offiziellen rumänischen Erhebungen nach der Jahrhundertwende können nämlich hinsichtlich des Moldauer Ungarntums nurmehr in Bezug auf die konfessionelle Zugehörigkeit als zuverlässig anerkannt werden,[40] und sind somit vollkommen ungeeignet dafür, daß wir uns ein tatsächliches Bild über die Sprachkenntnisse, die ethnisch-nationale Identität, oder auch über das fortgeschrittene Stadium der Assimilationsprozesse bilden könnten. Auf die Verzerrungen der Volkszählungen aus den Jahren 1930 und 1992 deuten die immanenten Widersprüche,[41] sowie die empirischen Tatsachen hin. Es genügt, sich hier auf die angehäuften Angaben in der volkskundlichen, sprachwissenschaftlichen, geschichtlichen Fachliteratur, die in den vergangenen Jahrzehnten erschienen ist, zu berufen[42] und die eindeutig belegen, daß heute in Moldau auch dort eine Bevölkerung ungarischer Ethnie lebt, wo dies die rumänischen Volkszählungen überhaupt nicht anzeigen.

Nach den offiziellen rumänischen Volkszählungen des 20. Jahrhunderts sind nämlich die Moldauer Katholiken sowohl hinsichtlich ihrer Muttersprache, als auch ihrer Nationalität zum Jahre 1992 in vollem Umfang Rumänen geworden.


Tabelle 2.
Die Entwicklung der Zahl und des Verhältnisses der Moldauer Ungarn
gemäß der offiziellen rumänischen Volkszählungen


Jahr der Erhebung Gesamtein-
wohner-
schaft
Zahl der Katholiken Anteil der Katholiken innerhalb der Gesamtein-
wohnerschaft
Zahl der Ungarn. Anteil der Ungarn innerhalb der Gesamtein-
wohnerschaft
Anteil der Ungarn innerhalb der Katholiken Quellenangabe
 
1859 1.325.406 52.881 4,0% 37.825   2,9% 71,6%
  SZABADOS 1989. 91.
1899 1.848.122      88.803[43] 4,8%   24.276[44] 1,3% 27,3%
  ebd. 94.
1912 2.139.154      97.771[45] 4,6%      
  Volkszählung[46]
1930 2.433.596 109.953   4,5%   23.894[47] 1,0% 21,7%
  Volkszählung[48]
1941 2.769.380         9.352[49] 0,3%  
  Volkszählung[50]
1948 2.598.259         6.618[51] 0,3%  
  Volkszählung[52] 
     1956[53] 2.991.281         8.829[54] 0,3%  
  Volkszählung
     1966[55] 3.391.400         4.748[56] 0,14%  
  Volkszählung
     1977[57] 3.763.221         3.276 0,09%  
  Volkszählung
     1992[58] 4.079.046 240.038 5,9%     3.098[59] 0,08% 0,8%
  Volkszählung[60]

Aus den Zahlenreihen ist deutlich ersichtlich, daß die Zahl der Moldauer Katholiken zwischen 1859-1992 beinahe auf das Fünffache (von 52.881 Personen auf 240.038) angestiegen ist, und sich auch innerhalb der Gesamteinwohnerschaft ihr Anteil zu ihrem Vorteil verändert hat; während sie Mitte des 19. Jahrhunderts 4% der Einwohnerschaft Moldaus stellten, beträgt heute ihr Anteil innerhalb dieses Landesteiles etwa 6%. Diese Zunahme regt vor allem dann zum Nachdenken an, wenn man den für Moldau charakteristischen Bevölkerungszuwachs und auch die - zuvor bereits erwähnte, in den vergangenen Jahrzehnten ungefähr 65.000 Personen betragende - Abwanderung im Kreis der Tschangos in Betracht zieht.

Gleichzeitig ist auch offensichtlich, daß die katholischen Tschangos ungarischer Herkunft im untersuchten Zeitraum - zumindest nach den Angaben der Volkszählungen - ihre Muttersprache und ihr ungarisches Nationalbewußtsein vollständig verloren haben. Mitte des vergangenen Jahrhunderts haben sich noch 71,6% (von den damals 52.881 Katholiken 37.825 Personen) als Ungarn bezeichnet, heute hingegen halten sich nurmehr 0,8% (von 240.038 Personen 1.826 Seelen) von ihnen für Ungarn. Wenn wir auch noch die räumliche Gliederung dieser 1826 Moldauer Katholiken beachten, dann sehen wir sogar, daß die Volkszählung in den Städten 1.301 ungarische Katholiken aufweist, die Zahl der Katholiken, die sich in den Dörfern als Ungarn bezeichnen, beträgt insgesamt 525 Personen. Das heißt also: Die Zahl der Personen ungarischer Nationalität ist in den tschango Dörfern Moldaus zum Ende des 20. Jahrhundert auf etwa 500 geschmolzen.


5. Kenntnisse der ungarischen Sprache heute


Auf der Grundlage der oben genannten Zahlenreihen kann man sich also keinen Begriff von dem sprachlich-ethnischen Identitätsbewußtsein der Moldauer Tschangos machen. Den offiziellen Angaben gemäß sind die Assimilationsprozesse - die Existenz dieser kann auch aus denselben Angaben eindeutig aufgezeigt werden - endgültig abgeschlossen, der Anteil der Moldauer katholischen (tschango) Ungarn ist innerhalb der Bevölkerung dieses Landesteiles vollkommen unbedeutend geworden. (Mit den Stadtbewohnern gemeinsam beträgt ihre Zahl 1826 Personen, das heißt 0,04%.)

Daher kann unser Ziel nicht die Untersuchung dessen sein, auf welche Weise die offiziellen rumänischen Erhebungen im 20. Jahrhundert zu den oben genannten Angaben gelangt sind. Wir sollten nur soviel anmerken, daß die abnehmenden Zahlenreihen, die die Entwicklung der Bevölkerungszahl des Moldauer Tschangotums widerspiegeln, zum Teil tatsächliche Assimilationsprozesse aufzeigen, doch zweifelsohne ist es ebenfalls eine Tatsache, daß auch die künstlich geschaffenen Umstände der Volkszählungen bei der Entstehung der Zahlenreihen eine Rolle gespielt haben, das heißt, daß während der Erhebungen den existierenden Assimilationsprozessen stark "nachgeholfen" wurde.[61]

Mit den Ergebnissen der Volkszählung gelang es 1992 den offiziellen rumänischen politischen Standpunkt zu belegen, nachdem heute in Moldau keine ungarische Frage mehr existiert. Der rumänische Staat nimmt offiziell von der Existenz der Moldauer ungarischen Ethnie keine Kenntnis, und da er das Tschangotum in vollem Umfang als rumänisch betrachtet, sichert er ihm als Konsequenz dieses Standpunktes nicht einmal die grundlegendsten Minderheitenrechte zu, wobei er die vollkommene Assimilation von Sprache und Bewußtsein der Volksgruppe zum Rumänentum erzwingt.

In Kenntnis der tatsächlichen Situation halten wir demnach die Frage für begründet: Wieviele von den Moldauer Tschangos kennen noch die Muttersprache ihrer Vorfahren?

Aufgrund des Fehlens von glaubwürdigen offiziellen Angaben versuche ich im Folgenden, auf der Grundlage meiner Erfahrungen vor Ort, die ich im Laufe meiner volkskundlichen Feldforschungen machen konnte, die Entwicklung der Zahl jener Moldauer Tschangos, die ungarisch verstehen beziehungsweise sprechen, in der Zeit nach der rumänischen Volkszählung aus dem Jahr 1930 zu schätzen.[62]

Seit 1980 führe ich in Moldau im Kreis der katholischen Tschangos Forschungen durch - in erster Linie religiöser volkskunlicher Art. Daneben habe ich zwischen 1992 und 1996 in insgesamt 110 Moldauer Ortschaften Untersuchungen in Bezug auf das Identitätsbewußtsein der Tschangos gemacht. Die im folgenden veröffentlichten Angaben (siehe Tabelle 3) spiegeln die sprachlichen Verhältnisse der ersten Hälfte der neunziger Jahre wider.

Während meiner Feldforschungsarbeit war ich bestrebt jedes Dorf aufzusuchen, in dem ich auf der Grundlage der konfessionellen Angaben der Volkszählung aus dem Jahr 1992, der volkskundlichen Fachliteratur, sowie der Moldauer Mitteilungen vor Ort noch eine ungarischsprachige Bevölkerung annehmen konnte. Schließlich fand ich 83 solcher Ortschaften. Ich halte es für vorstellbar, daß es außer diesen noch ein bis zwei solche kleineren Moldauer Siedlungen gibt, die bislang der Aufmerksamkeit des Forschers entgangen sind, doch in denen die Älteren noch ungarisch verstehen/sprechen.[63] Wenn es noch solche Dörfer geben sollte, auch dann würde die Gesamtzahl der dort lebenden Ungarn keinenfalls einige hundert Personen überschreiten, das heißt das Gesamtbild würde nicht verändert.

Der Analyse der Zahlenreihen der Tabelle 3 halte ich es für notwendig, einige Bemerkungen methodischer Art vorauszuschicken:

1. Im Laufe meiner Arbeit habe ich die Erfahrung gemacht, daß das Voranschreiten des Prozesses des Sprachverlustes sich je nach Dorf unterscheidet, was an der Abweichung innerhalb der muttersprachlichen Kompetenz der Generationen festgemacht werden kann. In den Dörfern, die vor der vollkommenen Rumänisierung stehen, sprechen nurmehr die Ältesten ungarisch, in anderen ist die Kenntnis der ungarischen Sprache im Kreis der mittleren Generation noch allgemein verbreitet, und nur die jüngste Altersgruppe versteht kein ungarisch mehr. Die größte Chance hat der Erhalt der Sprache dort, wo auch den Kindern noch ungarisch beigebracht wird. Die Sprachgrenze gemäß der Generationen läßt sich in der Mehrheit der Dörfer selbstverständlich nicht mit strenger Genauigkeit feststellen, denn die ungarische sprachliche Kompetenz unterscheidet sich auch in den einzelnen Familien, die Abweichungen zwischen den Dörfern hinsichtlich dessen sind aber doch offensichtlich. (Auch die Moldauer Tschangos selbst sind sich dieser Unterschiede bewußt, die Meinung meiner Gesprächspartner, in welchem Dorf man besser oder weniger gut ungarisch spreche, stimmte meist mit dem Bild, das ich mir gemacht hatte, überein.) Neben den Unterschieden nach Region und Generation in Bezug auf die Kenntnis der ungarischen Sprache waren bis in die letzte Zeit auch die Abweichungen zwischen den Geschlechtern von Bedetung: Die Frauen, die den geschlossenen Raum des Dorfes selten verließen, bewahrten die Sprache besser, als die Männer, die über eine größere gesellschaftliche Mobilität verfügten.

Meine Schätzungen zur ungarischen Sprachkenntnis beruhen auf der ungefähren Feststellung der Sprachgrenze nach Generationen. Dort, wo dem Kind neben dem Rumänischen auch ungarisch noch beigebracht wurde, betrachtete ich die ungarische Sprachkenntnis als 100%ig. (Ein Dorf, in dem mit den Kindern ausschließlich ungarisch gesprochen wurde, habe ich nicht mehr gefunden.) In jenen Dörfern, in denen die sprachliche Assimilation vor Kurzem, in den vergangenen Jahrzehnten, ihren Anfang genommen hat, habe ich die Anzahl der Kinder oder Jugendlichen, die überhaupt kein ungarisch verstehen, von der Zahl der Katholiken abgezogen. In den Ortschaften, in denen nur 10-20% der Katholiken (oder weniger) Personen sind, die ungarisch sprechen, dort wird dies nurmehr von der ältesten Altersgruppe (oder nur von einem Teil dieser) gesprochen. Bei der Feststellung des prozentualen Anteils der Personen, die ungarisch sprechen, habe ich die Volkszählungsangaben aus dem Jahr 1992, die die zahlenmäßige Aufteilung der Bevölkerung nach Lebensalter widerspiegeln, in Betracht gezogen.

2. Über die Stufen des Sprachverlustes, die Unterschiede, die sich in der Sprachkenntnis nach Dörfern und Generationen zeigen, haben die Reisenden in Moldau und die Forscher seit Jahrhunderten kontinuierlich berichtet. Es ist jedoch offensichtlich, daß sich durch die Umstände der Modernität und Globalisation auch die "traditionellen" Prozesse der sprachlich-ethnischen Assimilation verändern. Die kulturelle Einheit des traditionellen Dorfes ist im Zerfall begriffen - es genügt hier an das Pendeln in die Stadt, den alltäglichen Kontakt mit der Stadt, die Schule, die Organisation des religiösen Lebens, die Verbreitung der Mittel der Massenkommunkation und die anderen Akkulturationsfaktoren zu erinnern -, das heißt das Moldauer Tschangotum begegnet heute solchen kulturellen Einflüssen, die auf einen Ausgleich früherer Unterschiede, die sich in den sprachlichen Assimilationsprozessen zeigten, einwirken. Die aus der traditionellen Welt ererbten graduellen Unterschiede (zwischen Ortschaften, Generationen und Geschlechtern) beginnen ihre frühere Bedeutung zu verlieren, die relativ geschlossenen Lebensräume, die mit der bäuerlichen Kultur verknüpfbar sind, sind verschwunden; es scheint, die Beschleunigung der sprachlichen Assimilation wird auch durch die "Globalisation" verursacht.

Das Phänomen der sprachlichen Assimilation, die unter den Umständen der Modernität vonstatten geht, kann gut anhand der Situation der tschango Familien gezeigt werden, die in die Stadt gezogen sind: In diesen Familien lernen die Kinder überhaupt kein Ungarisch mehr, unabhängig davon, aus welchem Dorf ihre Eltern stammen. Die Tabelle beinhaltet deshalb keine Angaben über die tschango Bevölkerung, die in die Moldauer (Groß)Städte (Bakó, Románvásár, Jászvásár) gezogen ist, und von denen - abhängig vom Geburtsort - sicherlich noch viele ungarisch können. Die neu entstandenen Wohnsiedlungen und Industriegebiete der Moldauer Städte sind jedoch die Schauplätze der schnellen, man könnte sagen sofortigen Assimilation des Tschangotums, so daß man zum unbegründeten "Schwenken" der obigen Zahlenangaben gelangen würde, wenn man in diesen mit einer "ungarischen Bevölkerung" rechnete. (Hingegen wurden jene angegliederten Teile der Moldauer Städte, die Randgemeinden aufgeführt, in denen die Tschangos in ihrer traditionellen, einst als Dorf existierenden Siedlungsstruktur leben, beispielsweise im Fall von Onyest, Aknavásár, Szlanikfürdõ.)

Infolge des durch die Wirkung der Modernitätsfaktoren erfolgenden Kulturwechsels (Akkulturation) und der kulturellen Vereinheitlichung (Globlisation) haben sich auch die Assimilationsprozesse beschleunigt: Man begegnet in ganz Moldau Assimilationsphänomenen jener Art, die nicht von den sprachlichen und kulturellen Traditionen einer Gemeinschaft oder Gruppe abhängig sind. Daher sind die Assimilationsprozesse zunehmend schwerer mit traditionellen Anschauungen und Methoden - das heißt durch das Festhalten der Unterschiede, die sich in der Identität, den Sprachkenntnissen von traditionellen religiösen Gemeinschaften, den Altersklassen und den Geschlechtern zeigen - zu beschreiben.Während der Feldforschungsarbeit und der Aufarbeitung habe ich aber doch mit einer Methode gearbeitet, die die traditionelle Identitätsstruktur in Betracht zieht, denn ich war der Meinung, daß die erwähnten Unterschiede - da es sich um Gemeinschaften handelt, die stark ihre Traditionen bewahren - auch heute noch im Kreis der Moldauer Tschangos existieren. Ich war der festen Meinung durch das Festhalten der Abweichungen, die sich in der Sprachkenntnis der einzelnen Dörfer und der Generationen zeigen, zu statistischen Ergebnissen gelangen zu können.

3. In der traditionellen Welt spielte das spontane Hineinwachsen in den lokalen gemeinschaftlichen Sprachgebrauch bei der Entwicklung der sprachlichen Kompetenz des Individuums eine entscheidende Rolle. Heute ist die Entwicklung der individuellen Sprachkenntnis zunehmend auch eine Frage der Wahl: Die Eltern sind bewußt bestrebt, den zukünftigen Erwartungen des breiteren gesellschaftlichen Umfelds zu entsprechen, und sprechen somit zu dem Kind in rumänischer Sprache; später machen sich auch die aufwachsenden Kinder diesen Standpunkt zu eigen, denn die Schule, die Kirche, die Mittel der Massenkommunikation überzeugen sie davon, daß sie sich die Staatssprache, die über ein größeres gesellschaftliches Prestige verfügt, aneignen müssen. Es ist eine als allgemein zu bezeichnende Erscheinung, daß die Kinder, die in der Familie rumänisch gelehrt bekommen haben, nur "zufällig", auf der Straße die lokale ungarische Regionalsprache lernen, das heißt bei der Entwicklung der ungarischen sprachlichen Kompetenz hat die leitende Rolle auch weiterhin der spontane gemeinschaftliche Sprachgebrauch inne. Da die Bedeutung der ungarischen Sprache in der gesellschaftlichen Kommunikation rückläufig ist, zeigen sich auch bei der Vererbung der Sprache zunehmend schwerwiegendere Störungen.

Unter diesen Umständen ist die tatsächliche ungarische Sprachkenntnis sehr schwer meßbar - die Sprecher empfinden die ungarische Regionalsprache als stigmatisiert, schämen sich aufgrund der als unvollkommen empfundenen Sprachkenntnisse, ungarisch zu sprechen, der Gebrauch der Staatssprache, die über ein größeres Prestige verfügt, bedeutet für sie eine erstrebenswertere Identifikation, deshalb sprechen sie lieber rumänisch usw. -; aus diesem Grund versuchte ich mich bei der Feststellung der Sprachkenntnisse, auf die äußere Beobachtung des spontanen Sprachgebrauchs zu stützen, und kontrollierte meine Angaben des öfteren, wenn mir Zweifel kamen. Die bedeutenderen tschango Dörfer besuchte ich mehrere Male, so daß ich ausreichend Gelegenheit hatte, auch tatsächliche Sprechsituationen zu beobachten.

Tabelle 3.
Die Situation der ungarischen Sprache in den Moldauer tschango Dörfern:

Name der Ortschaft[64] Gesamt-
bevölkerung (1992)
[65]
Zahl der Katholiken (1992)[66] Zahl der ungarisch sprechenden Personen[67] Relation der Ungarisch-
sprachigen (innerhalb der Katholiken)
[68]
Zahl der Katholiken im Jahr 1930[69]

I. Nördliche Tschangos
 
  Szabófalva (Sãbãoani)
9.879 9.806 3.000 30% 4.374
  Kelgyest (Pildeºti)
3.779 3.760 3.100 82% 1.506
  Újfalu (Traian)
1.045   972   300 31%   339
  Jugán (Iugani)
2.061 2.034     50   3%   701
  Balusest (Bãluºeºti)
2.262 1.268   600 47%   567
  Bargován (Bãrgãoani)
1.357 1.055     30   3%   984
  Ploszkucény (Ploscuþeni)
2.557 2.199 1.100+30     50%[70] 1.220
  Insgesamt:
  21.094   8.180   9.691

II. Südliche Tschangos (mit 's'-Laut Sprechende)
 
  Szeketura (Pãdureni)
  355   345     20   6%       244[71]
  Bogdánfalva (Valea Seacã)
3.125 2.837 2.400+30 85%     2.257[72]
  Újfalu (Nicolae Bãlcescu)
3.698 3.385 2.200 65%       961[73]
  Trunk (Galbeni)
1.309 1.299   900 70%   565
  Gyoszény (Gioseni)
3.243 2.288     2.000+400[74] 87%   833
  Nagypatak (Valea Mare)
        ?[75]     2.825[76] 2.000 70%     1.773[77]
  Insgesamt:
  12.979   9.520   6.633

III. Szekler Tschangos

A.) Entlang des Szeret
 
  Kalugarén (Cãlugãreni)
  833   791   250 31%   409
  Lészped (Lespezi)
2.108 1.917 1.917+191 100%   1.058
  Rácsila (Gârlenii de Sus)
1.581 1.398 1.398+183 100%         235[78]
  Lilijecs (Lilieci)
1.627   608   200 33%     91
  Gerlény (Gârleni)
1.605   252   200 79%     82
  Bergyila (Berdilã)
  697     57     40 70%         68[79]
  Terebes (Trebiº)
  778   666     10         1%[80]   330
  Lujzikalagor (Luizi-Cãlugãra)
5.227 5.198 4.700 90%     2.848[81]
  Forrófalva (Fãrãoani)
      ?[82]     3.472[83] 2.600 75% 1.757
  Klézse (Cleja)
4.331 4.235 3.800 90%     2.249[84]
  Somoska (ªomuºca)
1.666 1.659 1.650 100%     898
  Pokolpatak (Valea Micã)
  705   676   600 88%       283[85]
  Újfalu/Dózsa (Gheorghe Doja)
1.057   674   550 81%       261[86]
  Csík (Ciucani)
  493   492   400 81%   179
  Külsõrekecsin (F. Rãcãciuni)
1.913 1.903 1.903 100%     842
  Kápota (Capãta)
  304     94     40 42%   129
  Berendfalva (Berindeºti)
    1.137[87]   371   200 53%   114
  Rekecsin (Rãcãciuni)
2.781   387   100 25%   244
  Magyarfalu (Arini)
1.337 1.325 1.325 100%         843[88]
  Lábnik (Vladnic)
  941   904   904 100%         615[89]
  Szászkút (Sascut-Sat)
2.178   615   400 65%       399[90]
  Tamás (Tãmaºi)
1.190     94     10 10%     80
  Ketris (Chetriº)
  750   505   100 20%   341
  Furnikár (Furnicari)
  518   104     10 10%     69
  Insgesamt:
  28.397   23.307     14.424  

B.) Entlang des Tázló
 
  Frumósza (Frumoasa)
3.550 2.116     1.900+200[91] 90%   903
  Pusztina (Pustiana)
2.070 2.055 2.055 100%   1.153
  Ripa Jepi (Bogdãneºti)
    71     45     30 66%         56[92]
  Szoloncka (Tãrâþa)
  979   380     80 20%       278[93]
  Kukujéc (Cucuieþi)
1.363   110     30 27%   109
  Szerbek (Floreºti)
  613   540   300 55%       370[94]
  Esztrugár (Strugari)
1.211   216     40 18%       296[95]
  Máriafalva/Lárguca (Lãrguþa)
  299   296   250 85%   144
  Gajdár (Coman)
  931   927   850 91%       411[96]
  Esztufuj (Stufu)
  394   364   250 70%   289
  Váliri (Livezi)
  905   215   100 46%       138[97]
  Balanyásza (Bãlãneasa)
  912   138     20 14%   171
  Jenekest (Enãcheºti)
  810     97     20 20%     79
  Turluján (Turluianu)
1.145   160     10   6%     61
  Gyidráska (Verºeºti)
1.029   215     20 10%   143
  Berzunc (Berzunþi)
2.711   774   100 13%         371[98]
  Berzujok (Bârzulesti)
  212   122     20 16%     36
  Kövesalja (Petricica)
  480   126     20 16%   235
  Ardeván (Ardeoani)
1.578     48       5 10%     44
  Insgesamt:
  8.944 6.100   5.287

C.) Entlang des Tatros
 
  Palánka (Palanca)
  849   122     20 16%     69
  Csügés (Ciugheº)
      2.178[99] 1.396     1.200+800[100] 85%   771
  Bruszturósza (Brusturoasa)
3.608   746   100 14%         426[101]
  Kománfalva (Comãneºti)
25.020   1.577   200 12%         549[102]
  Mojnest (Moineºti)
25.560   1.365     50   3%         462[103]
  Dormánfalva (Dãrmãneºti)
13.883   1.623         550[104] 34%   745
  Doftána (Dofteana)
2.920   190 -     0%         463[105]
  - Szálka (Seaca)
  455   374   200 53% -
  - Válé Kimpuluj (V. Câmpului)
      1.096[106]   224     20   9% -
  - Bogáta (Bogata)
  816   326     30   9% -
  Aknavásár (Târgu Ocna)
13.939   1.220 -   0%       2.539[107]
  - Degettes (Pãcurele)
        860[108]   235   170 70%   170
  - Szalánctorka (Gura Slãnic)
-   110           20[109] 18% -
  Szlanikfürdõ (Slãnic Moldova)
1.929   494     30   6%         998[110]
  - Cserdák (Cerdac)
1.571   559 250+50 42% -
  - Szalánc (Cireºoaia)
1.811 1.783 1.110 62% -
  Tatros (Tg. Trotuº)
1.946 1.241   600 50%       1.796[111]
  - Diószeg (Tuta)
1.949 1.935 1.700 88% -
  Szõlõhegy (Pârgãreºti)
1.202 1.039   800 77%       1.133[112]
  - Újfalu (Satu Nou)
1.699 1.687 1.687 100%   -
  - Szitás (Nicoreºti)
  902   901   901 100%   -
  - Bahána (Bahna)
  594   528 410+40 77% -
  Gorzafalva (Grozeºti)
6.938 4.018 2.400+100 60%       1.873[113]
  Fûrészfalva(Ferestrãu-Oituz)
1.036   427   300 70%   259
  Onyest (Oneºti)
57.333   5.884       1.500[114] 25% 1.236
  Szárazpatak (Valea Seacã)
        798[115]   394   100 25%   231
  Gutinázs (Gutinaº)
  592   123     20 16%   148
  Prálea (Pralea)
  803   660   100 15%   248
  Vizánta (Vizantea Mãnãstireascã)[116]
1.658 1.018   700 70%   488
  Insgesamt:
  32.129   15.158     14.434  
 
  Insgesamt I-II-III:
  103.543     62.265     50.469  

Analysiert man die Zahlenreihen, kann man zu folgender Schlußfolgerung gelangen:

1. Heute leben nurmehr 43% der Moldauer Katholiken (von 240.038 Personen 103.543) - deren Großteil man aufgrund fundierter Argumente als ungarischstämmig bezeichnen kann - in solchen Ortschaften, in denen überhaupt noch ungarisch gesprochen wird. Der bedeutende Teil der ungefähr hunderttausend Personen ausmachenden katholischen Bevölkerung dieser Ortschaften ist sprachlich auch vollkommen rumänisiert, so daß die Zahl der in Moldau lebenden, noch ungarisch sprechenden Tschangos auf ungefähr 62.000 Personen festgelegt werden kann. Dies bedeutet etwa ein Viertel (25,8%) der Moldauer Katholiken. Diese Zahl zeigt aber doch, daß die Gesamtheit des Moldauer Tschangotums ihre Muttersprache noch nicht in vollem Umfang verloren hat, wie dies aus der letzten rumänischen Volkszählung (1992) dargestellt hat. (Wie dort ersichtlich war, wies die Volkszählung in den Dörfern, bei deinen es sich größtenteils doch um die selben handelt, nur 525 Personen als ungarische Katholiken auf.)

2. In den Ortschaften, die in der Tabelle aufgezählt sind, - das heißt dort, wo noch einigermaßen ungarisch gesprochen wird - lebten 1930 50.469 Personen katholischen Glaubens. Will man die Entwicklung der Zahl, des Verhältnisses der ungarisch Sprechenden im 20. Jahrhundert schätzen, so muß man von dieser Zahl ausgehen.

Einerseits ist es vollkommen sicher, daß ein bestimmter Teil der katholischen Bevölkerung der in der Tabelle aufgeführten Ortschaften bereits 1930 kein ungarisch mehr sprechen konnte, denn der Prozeß des Sprachverlustes kam bereits damals ingang. Von den südlichen tschango Dörfern ist hier Szeketura zu nennen, von den nördlichen hingegen sind dies Jugán, Balusest, Bargován, ja sogar Szabófalva selbst. Von den Szekler Dörfern waren bereits damals schon insgesamt ungefähr 40 kleinere Dörfer im Gebiet des Szeret, des Tatros und des Tazló stark rumänisiert. Im Licht der zeitgenössischen Bericht erscheint es unglaubhaft, daß man in bestimmten Ortschaften heute immer noch auf ungarisch Sprechende trifft. Will man also zu der Zahl der ungarisch Sprechenden im Jahr 1930 gelangen, so muß man die Angabe der Gesamtsumme der Volkszählung die Tschangos betreffend von 50.469 Personen mindestens um 5-6.000 Personen senken.

Andererseits ist jedoch anzunehmen, daß vor sechs bis sieben Jahrzehnten in einigen, seitdem gänzlich rumänisierten (das heißt in der Tabelle nicht aufgeführten) Dörfern ein Teil der älteren Generation noch ungarisch sprechen konnte. Unter den nördlichen Dörfern waren dies mit Sicherheit Gyerejest (Gherãeºti), Dokia (Dochia), unter jenen in der Umgebung von Bákó hingegen Szeráta (Sãrata), Horgyest (Horgeºti), Valény (Vãleni) und vielleicht noch einige kleinere Dörfer.[117] Die Zahl der 1930 noch ungarisch sprechenden älteren Bevölkerung mag jedoch höchstens ein- bis zweitausend Personen betragen haben, das heißt die Zahl der ungarisch Sprechenden muß um soviel erhöht werden. Als Folge dessen mochte nach unseren Berechnungen die Zahl der ungarisch sprechenden Tschangos in Moldau im Jahr 1930 um die 45.000 Personen betragen haben, was 40% der damaligen katholischen Bevölkerung des Landesteiles bedeutete.[118]

3. Die absolute Zahl derjenigen, die die ungarische Sprache kennen, sprechen, stieg zwischen 1930 und 1992 von 45.000 Personen auf 62.000 Personen an, und dieser Zuwachs von 17.000 Personen bedeutet eine Zunahme von 37%. Bezieht man nun den 118%igen Zuwachs der gesamten Moldauer katholischen Bevölkerung auch auf die ungarisch Sprechenden, so kann man sich einen Begriff von den Verhältnissen der sprachlichen Assimilation schaffen: Demnach hätten sich die 1930 auf 45.000 Personen geschätzten ungarisch Sprechenden zum Jahr 1992 um 53.000 Personen vermehren müssen. Anders formuliert: Gäbe es keine sprachliche Assimilation, so hätte sich die Zahl der ungarisch sprechenden Tschangos bis zum heutigen Tage tatsächlich der mythischen runden Zahl von 100.000 Personen annähern können. Aufgrund des Assimilationsverlustes von nahezu 40.000 Personen ist der Anteil der ungarisch Sprechenden innerhalb der katholischen Bevölkerung - trotz des gemäßigten Zuwachses - jedoch von den 41% im Jahre 1930 auf 26% zurückgefallen. Das demographische Verhalten der Moldauer Tschangos kann demnach neben dem außerordentlich hohen Bevölkerungszuwachs mit der schnellen und umfassenden sprachlichen Assimilation charakterisiert werden.

4. Es zeigen sich hinsichtlich des Ausmaßes, der Intensität der sprachlichen Assimilation Unterschiede zwischen den tschango Ortschaften. Daher hat sich seit 1930 die Zahl und der Anteil jener, die die ungarische Sprache kennen, in der Verteilung nach Dörfern bedeutend verändert: Bestimmte Dörfer sind vollkommen oder beinahe vollkommen eingeschmolzen, in anderen jedoch ist die Zahl der (auch) ungarisch Sprechenden in bedeutendem Maße angestiegen.

Im Fall der Tschangos, die sich in einer Diasporasituation befinden, in kleineren Dörfern mit gemischter Bevölkerung, die eventuell in rumänischer Umgebung liegen - in insgesamt mehr als 50 Ortschaften - ist der Rückgang oder die Stagnation der Zahl der ungarisch Sprechenden erfolgt. (Das Unterbleiben des Anstiegs der Zahl der ungarisch Sprechenden - z.B in Újfalu/Traian, Balusest, Ploszkucény, Szerbek, Onyest - inmitten des starken natürlichen Zuwachses weist ebenfalls auf eine starke Assimilation hin.)

Ein eindeutiges und bedeutendes Anwachsen der absoluten Zahl jener, die die ungarische Sprache kennen, ist zwischen 1930 und 1992 in nur etwa 25-30 Ortschaften, den größten und bekanntesten Dörfern der Moldauer Tschangos, zu beobachten. Ein Zuwachs ist in erster Linie nur in den ethnisch homogenen, über eine größere Einwohnerschaft verfügenden Dörfern vonstatten gegangen, in denen die auch sie bedrohende sprachliche Assimilation erst in den vergangenen ein bis zwei Jahrzehnten offensichtlich wurde. (Es handelt sich hierbei im allgemeinen um jene Ortschaften, in denen nach Tabelle 3 die Zahl der ungarisch Sprechenden heute über 80% beträgt.) In vielen Dörfern erreicht die Zahl derjenigen, die heute ungarisch sprechen, das Doppelte der 1930 aufgezeigten Zahl von Katholiken, zeitweilig übersteigt sie diese sogar. Unter den nördlichen tschango Dörfern ist ein Anstieg nur im Fall von Kelgyest zu vermerken, in den übrigen Dörfern ist nicht nur die Zahl der ungarisch Sprechenden, sondern auch die absolute Zahl stark zurückgefallen, diese ungarische Sprachinsel steht somit an der Schwelle des vollkommenen Verschwindens. Die Situation im Fall der südlichen Tschangos ist nur geringfügig günstiger, wo das sich stark assimilierende Újfalu (N. Bãlcescu) und Nagypatak, sowie Gyoszény, das nur unter Vorbehalten zum südlichen Tschangotum hinzugerechnet werden kann, einen bedeutenderen Zuwachs aufweisen. Der größte Teil des Zuwachses muß den ethnisch größtenteils homogenen Szekler Dörfern zugeschrieben werden, wo einige begünstigende Faktoren (z.B. eine Sprachvariante, die der ungarischen Literatursprache näher steht, die nähere Lage der Dörfer am Szeklerland und der intensivere Charakter der Kontakte, die Ansiedlung jüngeren Datums und die Lebendigkeit des ungarischen ethnischen Herkunftsbewußtseins, das Fehlen der rumänischen Bevölkerung, die Erinnerung an die ungarischen Schulen der fünfziger Jahre usw.) die sprachliche Assimilation verzögerten. Die hier einzuordnenden zwanzig Dörfer sind: Lészped, Lujzikalagor, Forrófalva, Klézse, Somoska, Pokolpatak, Csík, Külsõrekecsin, Magyarfalu, Lábnik, Frumósza, Pusztina, Larguca, Gajdár, Csügés, Diószeg, Szõlõhegy, Szitás, Újfalu (Satu Nou), Bahána.

Die "positive Bilanz" in Bezug auf die Entwicklung der Zahl der ungarisch Sprechenden wäre zweifelsohne außerordentlich irreführend, wenn man nicht betonen würde, daß der Zuwachs, der der hohen natürlichen Vermehrung zuzuschreiben ist, inmitten der heute bereits überall stark wirkenden sprachlichen Assimilation, zumeist dieser zum Trotz zustandegekommen ist. Die Zahlenreihen zeigen daher selbst dort einen Zuwachs, wo die jüngere Generation heute nicht mehr oder kaum ungarisch versteht. (Újfalu/N. Bãlcescu, Trunk, Lilijecs, Girlény, Tatros, Gorzafalva, Fûrészfalva, Vizánta usw.) Diese Zahlen bedeuten heute jedoch nicht mehr ausschließlich ungarische Muttersprachlichkeit, weisen noch nicht einmal auf alltäglichen und häufigen Sprachgebrauch hin, sondern bezeugen zeitweilig nur ungefähre Kenntnisse der ungarischen Sprache. In vielen Ortschaften handelt es sich hierbei um Jugendliche, bei denen sich die Assimilation in einem fortgeschrittenen Stadium befindet und die größtenteils rumänisch sprechen; sie selbst sind in bestimmten Situationen noch fähig eine ungarische Regionalsprache als Zweitsprache zu verwenden, doch ist es nicht sicher, daß sie dieses Sprache an ihre Nachkommen weitergeben werden. Demnach ist also der auf 17.000 Personen geschätzte Zuwachs zwischen 1930 und 1992, der im Vergleich zur Bevölkerungszunahme äußerst gering ist, sehr instabil, die Perspektive eines weiteren Zuwachses ist nicht ersichtlich. Vor sechzig-siebzig Jahren nämlich war die eine oder andere ungarische regionalsprachliche Variante die erste Sprachvariante für den Sprecher, die Muttersprache, sie drückte die Gesamtheit der Lebenswelt des traditionellen Dorfes aus. Seitdem hat diese Regionalsprache inmitten von Modernisation und größerer gesellschaftlicher Mobilität von ihrer früheren Bedeutung verloren, im Fall der Jugend wurde sie - im besseren Fall - zur Zweitsprache degradiert, die zu sprechen, man sich in der Öffentlichkeit schämt. Man muß sich also beim Vergleich der "ungarischen Sprachkenntnisse" bezüglich der Jahre 1930 und 1992 dessen bewußt sein, daß es sich nicht um gleiche Qualitäten handelt.


6. Sprachkenntnis und ethnische Identität. Einige Schlußfolgerungen.


Die oben genannten demographischen zahlenmäßigen Angaben bekräftigen die von Sprachwissenschaftlern, Volkskundlern, Politologen, Publizisten angedeutete Tatsache, daß auch heute starke Assimilationsprozesse im Kreis der Moldauer Tschangos vonstatten gehen und beleuchten deren Relationen. Die Sprache der Zahlen ist jedoch nicht dazu geeignet, das Verhältnis zwischen Sprachkenntnis und ethnisch-nationalem Identitätsbewußtsein verstehen zu können: Warum ist es wohl möglich, daß in Moldau der sprachlichen Assimilation die Aufgabe der ungarischen Identität vorausgeht? (Denken wir doch nur daran, daß in Europa viele solcher ethnischen Gruppen existieren, die auch nach dem Sprachverlust ihre spezielle Gruppenidentität bewahren.) Was erklärt den in einigen tschango Dörfern außerordentlich raschen, bereits in in bis zwei Generationen vonstatten gehenden vollkommenen Sprachverlust?

Abschließend möchte ich mit einigen ergänzenden Angaben in Bezug auf die ganz spezielle Frage der Identität der Moldauer Tschangos, die sich vollkommen von jener der anderen ungarischen volkskundlichen Gruppen des Karpatenbeckens unterscheidet,[119] durch diese können wir uns dem Verstehen der Assimilationsprozesse, die sich in den Zahlenreihen der vorliegenden Arbeit abzeichnen, annähern.

Die Identität der Moldauer Tschangos wird bis zum heutigen Tage entscheidend von jener Tatsache bestimmt, daß dies die einzige ethnische Gruppe jener Art ist, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus den großen historischen Prozessen herausgeblieben ist, die die moderne bürgerliche ungarische Nation geschaffen haben (Spracherneuerung, die politischen und kulturellen Bewegungen des Reformzeitalters, der Freiheitskampf von 1848), und somit eigentlich gar nicht zum Bestandteil der bürgerlichen ungarischen Nation geworden ist.Trotz der offensichtlichen sprachlichen, kulturellen, genetischen usw. Identität mit dem Ungarntum verfügt das Moldauer Tschangotum nicht über die bedeutendsten vereinheitlichenden Faktoren, die für bürgerliche Nationen als kennzeichnend gehalten werden.

Es ist beispielsweise augenfällig, daß die Moldauer Tschangos der ungarischen Sprache in erster Linie Funktionen zuordnen, die pragmatischen, kommunikativen Zwecken dienen, das heißt, sie betrachten die Sprache nicht als einen symbolischen Faktor zur Bildung einer Gemeinschaft. Es handelt sich hierbei um eine solch archaische Form des Verhältnisses zur Sprache, die ihre Gültigkeit in Europa vor der Herausbildung des bürgerlichen Nationalbewußtseins gehabt haben mochte. Da ihr Verhältnis zum Sprachgebrauch frei von jeglicher Ideologie ist, empfinden sie das Phänomen des Sprachwechsels auch nicht als einen tragischen Verlust, sondern als eine notwendige Begleiterscheinung der Modernisation. (All dies bedeutet selbstverständlich nicht, daß der kollektive Sprachwechsel nicht zu Störungen, schweren psychischen Schäden führen würde, die die Identität betreffen.)

Die Herausbildung der symbolischen, geminschaftsbildenden Funktion der Sprache erschwert auch, daß das Tschangotum die in Moldau gesprochenen regionalsprachlichen Varianten nicht als identisch mit der im Karpatenbecken gesprochenen ungarischen Sprache erachtet. Aufgrund der Vielzahl der rumänischen Lehnwörter und der rumänischen ideologischen Beeinflußung wird die rumänische Gemeinsprache mindestens ebenso nahestehend zu den tschango regionalsprachlichen Varianten empfunden wie die ungarische Sprache in Siebenbürgen oder Ungarn. Man ist sich überhaupt nicht dessen bewußt, daß die verschiedenen ungarischen Dialekte Varianten ein und derselben Nationalsprache sind, daran hingegen denkt man schon gar nicht, daß die Sprache der Tschangos unter diese Varianten einzuordnen wäre.

Bei der Entwicklung des gemeinschaftlichen Identitätsbewußtseins der Moldauer Tschangos spielt also die Sprache nicht eine solche Rolle, wie dies bei dem Ungarntum innerhalb des Karpatenbeckens der Fall ist. Zwischen der tschango Gruppenidentität und der sprachlichen Identität existiert kein enger Zusammenhang. Die Tschangos empfinden die katholische Bevölkerung der übrigen tschango Dörfer als jene, die ihnen am nächsten stehen, unabhängig davon, ob diese ihre ursprüngliche Sprache bewahrt haben oder auch nicht. Ein symbolisches Verhältnis zur Sprache wurde vor allem durch die gemeinsame Religion, weiterhin die Umstände der gemeinsamen Lebensart übernommen.

Auch die anderen Arten des symbolischen Verhältnisses, die für ein bürgerliches Nationalbewußtsein charakteristisch sind, haben sich im Kreis des Tschangotums nicht entwickelt. Man ist sich beispielsweise in keiner Weise des nationalen Werts von Folklore und Volkskultur bewußt, man weiß nicht, daß diese traditionelle Kultur als ein kulturelles Symbol, das die nationale Einheit sichert, betrachtet werden könnte. Ähnlich ist die Situation hinsichtlich des gemeinsamen Ursprungs und der Geschichte mit dem Ungarntum, das in Ungarn und Siebenbürgen lebt: Das Vergangenheitsbewußtsein der Moldauer Tschangos wird zunehmend weniger von den Volkstraditionen bestimmt, die von der entfernten Vergangenheit handeln und die bis zum 20. Jahrhundert die Erinnerung an die geschichtlichen Beziehungen zum Ungarntum bewahrt haben. Die Geschichte des Moldauer Ungarntums war nur bis zum 16. Jahrhundert eng mit jener des im Karpatenbecken lebenden Ungarntums verknüpft, und diese folkloristischen Erinnerungen an die entfernte Vergangenheit gelten heute in Moldau nicht mehr als ernstzunehmende Identifikationsfaktoren. Selbst im Kreis der Szekler Tschangos ist die Erinnerung an die Siebenbürger Herkunft im Verschwinden begriffen, und die Bedeutung der auch heute existierenden Beziehungen zum Szeklerland nimmt zunehmend ab (z. B. Wallfahrt nach Csíksomlyó, wirtschaftliche Kontakte, Verwandtschaft usw.).

Es ist allgemein bekannt, daß in ganz Europa die Intelligenz die symbolischen Verhältnismodalitäten, die zur Herausbildung eines modernen bürgerlichen Nationalbewußtseins notwendig sind, geschaffen hat. In Moldau hingegen konnte sich keine solchartige kirchliche oder weltliche Intelligenz herausbilden, die diese von der Assimilation bedrohte Volksgruppe in die ungarische bürgerliche Nationalentwicklung hätte integrieren können, und die die Werte der ungarischen "Hochkultur" dem Moldauer Tschangotum hätte vermitteln können. Aufgrund des Fehlens eines entsprechenden institutionellen Netzes können wir in Moldau in keiner Weise von der Kenntnis der ungarischen Gemeinsprache und des Lesens und Schreibens der ungarischen Sprache sprechen, obgleich in erster Linie gerade diese sprachliche Voraussetzung zur Entwicklung einer ungarischen Gruppenidentität notwendig wäre.

Der 1859 gegründete, dann nach dem russisch-türkischen Krieg 1877 unabhängig gewordenen junge rumänische Staat war bestrebt, die Moldauer katholische Bevölkerung zunächst sprachlich zu assimilieren, und dann dank dem Wirken der Intelligenz, eine rumänische nationale Identität im Kreis des Tschangotums herauszubilden. Die Fachliteratur zu den Tschangos berichtet seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts beständig darüber, mit welchen Mitteln die Bestrebungen der Moldauer ungarischen Intelligenz und die Entwicklung eines institutionellen Netzes verhindert worden sind. Die rumänischen öffentlichen Foren (politische Verwaltung, leitende kirchliche und weltliche Intelligenz, neuerdings Mittel der Massenkommunikation) waren anstelle dessen immer darauf bedacht, in die tschango Gebiete Pfarrer, Lehrer, Beamte zu senden, die im Geiste des rumänischen Nationalismus erzogen worden waren, und die in den wichtigsten Fragen zur Bildung eines Nationalbewußtseins immer den offiziellen Standpunkt (z. B. daß die Tschangos magyarisierte Rumänen seien, daß römisch-katholisch eigentlich rumänisch-katholisch bedeute, daß man sich für das tschango "Kauderwelsch" schämen müsse usw.) gegenüber den Mengen vermitteln sollten.

Die Entwicklung der rumänischen katholischen kirchlichen Intelligenz ist dem 1884 gegründeten bischöflichen Priesterseminar von Jászvásár, später dessen Druckereien, den Kantorenschulen zuzuschreiben. Auf diese Weise wurde erreicht, daß der katholische Glauben, der mehrere Jahrhunderte hindurch der bedeutendste Faktor zur Unterscheidung der Moldauer ungarischen Ethnie vom Rumänentum, zur Erhaltung der ungarischen Sprache gewesen war, vom Ende des 19. Jahrhunderts an zum Instrument der Rumänisierung wurde. Seit der Herausbildung des modernen staatlichen Schulnetzes existieren in Moldau nurmehr Schulen, die ausschließlich die Staatssprache vermitteln. Zahlreiche Berichte geben Zeugnis darüber, daß die Lehrer in diesen Schulen den Schülern den ungarischen Sprachgebrauch verboten, sie dafür bestraften, wodurch die Eltern dazu angehalten wurden, auch im Kreis der Familie mit ihren Kindern auf rumänisch zu sprechen. (Heute ist eine solch grobe Einmischung in den Sprachgebrauch zunehmend weniger vonnöten, denn es gibt kaum mehr Dörfer, in denen die Kommunikation der Kinder im Schulalter noch auf ungarisch stattfindet.) In den ersten Jahren der kommunistischen Diktatur, zwischen 1948-1953, hat der Ungarische Volksverband in ungefähr 40-50 Dörfern zwar auch ungarische Schulen unterhalten, doch diese verfügten infolge verschiedener Gründe - meist waren es nur Schulen von Klasse 1-4, in denen der Unterricht gemeinsam stattfand, von mangelhafter Ausstattung, der bedeutende Teil der Lehrkräfte war als Bestrafung nach Moldau versetzt worden, aufgrund ihres kommunistischen Charakters wurden sie von der katholischen Bevölkerung mit argwohn betrachtet, die lokale rumänische Intelligenz hetzte sie beständig gegen diese Schulen auf, in den meisten Dörfern überdauerte ihre Existenz nicht das Leben einer Eintagsfliege usw. - über keine besondere Bedeutung in der Herausbildung einer nationalen Identität.

Die Geschichte des Moldauer Tschangotums, insbesondere die Entwicklung des "gesonderten Weges" im 19-20. Jahrhundert, erklärt das Spezielle der Assimilationsprozesse im Kreis des Tschangotums. Da zwischen dem Sprachgebrauch und dem geminschaftlichen Identitätsbewußtsein kein enger Zusammenhang besteht, müssen die Zahlenangaben zu den beiden Arten der Assimilation gesondert behandelt werden:

1. Betreffend der ungarischen Sprachkenntnisse halte ich die oben angegebene, nach Dörfern gegliederte (also nach Einzelangaben kontrollierbare), auf Untersuchungen vor Ort begründete Endsumme von 62.000 Personen für reell. Obgleich es sich hierbei um keine offizielle Angabe sondern eine Schätzung, die das Ergebnis von Erhebungen vor Ort bildet, handelt, ist die Veröffentlichung der auf diese Weise erhaltenen Zahlenangabe doch wichtig, denn während die rumänische offizielle Anschauung kategorisch neben der durch die Volkszählungen als belegt gemeinten Nullvariante Stellung bezieht,[120] verfügen die ungarischen und nicht-ungarischen Fachleute, (Kultur)Politiker usw. das doch existierende Tschango-Problem betreffend über keinerlei verwertbare Angaben. Die Zahlen, die in den vergangenen Jahrzehnten in politischen Diskursen und publizistischen Veröffentlichungen erschienen sind, waren vollkommen aus der Luft gegriffen und bewegten sich zwischen außerordentlich extremen Grenzwerten. (Die globalen Schätzungen legten sich - abhängig von der parteilichen Zugehörigkeit des Sprechers, oder den persönlichen Vorstellungen in Bezug auf die "Lösung" der Tschango-Frage - irgendwo zwischen 4.000 und 400.000 Personen fest.) Meiner Meinung nach könnte unter diesen Umständen die oben genannte Veröffentlichung nach Dörfern - mangels eines besseren - von einem gewissen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Nutzen sein.

2. Die nationale Identität der Moldauer Tschangos betreffend können wir uns auf keine zahlenmäßigen Schätzungen einlassen. Jener unsichere, konfuse und widersprüchliche Bewußtseinszustand, in dem sich das Moldauer Tschangotum befindet, kann nicht in der Sprache der Zahlen ausgedrückt werden, unter Umständen wäre es durch individuelle Fallstudien möglich, dieses Phänomen greifbar zu machen. All das bedeutet natürlich auch, daß die Nationalitätenangaben der offiziellen Volkszählungen des 20. Jahrhunderts, die im jahr 1992 nämlich zu der Nullvariante gelangt sind, eigentlich nichts über diesen Zustand aussagen.





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Anmerkungen

[1] Die für diesen Aufsatz als Grundlage dienende Feldforschung wurde von der Teleki László Stiftung unterstützt. Eine Fassung dieses Aufsatzes ist für den Band A magyar nemzeti kisebbségek Kelet-Közép-Európában [Ungarische nationale Minderheiten in Ost-Mittel-Europa] entstanden.

[2] In diesem Sinne äußern sich folgende Arbeiten: LAHOVARI et alii 1898-1902, ROSETTI 1905, AUNER 1908, NÃSTASE 1934/1935. Aus der internationalen Fachliteratur möchte ich den vor kurzem erschienen Aufsatz von Robin Baker hervorheben. Der gut informierte Autor zählt hier die wichtigsten sprachwissenschaftlichen, volkskundlichen und geschichtswissenschaftlichen Argumente im Zusammenhang mit den umstrittenen Fragen auf und gelangt schließlich zu dem Standpunkt, daß die erste Gruppe der Moldauer Tschangos im Mittelalter von ungarischen Königen nach Moldau gesiedelt worden ist. (BAKER 1997) Den ungarischen Ursprung der Tschangos verneinen nur scheinwissenschaftliche Arbeiten, die im Zeichen der rumänischen nationalstaatlichen Ideologie verfaßt worden sind. (z.B. MÃRTINAª 1985, BUCUR 1997)

[3] Es können höchstens einige Facharbeiten jener Art erwähnt werden, die solche historische Tatsachen aufdecken, oder solche sprachlichen Angaben in Bezug auf Material zu geographischen Namen oder Familiennamen beinhalten, auf deren Grundlage eine wissenschafliche Hypothese dieser Art formulierbar ist. Beispielsweise: RACOVIÞÃ 1895, LAHOVARI et alii 1898-1902, CÂNDEA 1917, LÜKÕ 1936, MAKKAI 1936, LECCA 1937, NÃSTASE 1934-1935, MIKECS 1941 und 1943, IORDAN 1963 und 1983, HAJDU 1980, BENKÕ 1990 usw.

[4] Beispielsweise die Namen nach dem Typ wie Ungureni, Secueni, Slobozia, Bejenari usw..

[5] BENKÕ 1990. 6., GUNDA 1988. 12-13., SZABÓ T. 1981. 520.

[6] LÜKÕ 1936, MIKECS 1941

[7] BENKÕ 1990

[8] JERNEY 1851, MUNKÁCSI 1902, VERESS 1934

[9] RUBINYI 1901, DOMOKOS 1931, GUNDA 1988

[10] AUNER 1908, LÜKÕ 1936, NÃSTASE 1934, MIKECS 1941 und 1943, BENDA 1989, BENKÕ 1990

[11] LÜKÕ 1936, NÃSTASE 1934, MIKECS 1941 und 1943, BENDA 1989

[12] BENKÕ 1990

[13] LÜKÕ 1936, MIKECS 1941

[14] MÃRTINAª 1985, BUCUR 1997

[15] siehe: CÃLINESCU 1925-1939, DOMOKOS 1987, BENDA 1989, HORVÁTH 1994

[16] ROSETTI 1905, VERESS 1934, LÜKÕ 1936, MIKECS 1943, BENKÕ 1990

[17] KÓS-NAGY-SZENTIMREI 1981

[18] DOMOKOS 1938, MIKECS 1941, BENDA 1989

[19] MIKECS 1941. 246.

[20] ELEKES 1940. 371.; MIKECS, ebd.

[21] MIKECS 1941. 168-178., BENDA 1989. 35-37.

[22] MIKECS 1941. 158-165.

[23] Über eigenen Boden verfügende Bauer, die miteinander gemeinsam an den Fürsten Steuer zahlen und andere Abgeben leisten.

[24] KÓS-NAGY-SZENTIMREI 1981. 17-22.

[25] SZABÓ T. 1981. 518.

[26] LÜKÕ 1936, SZABÓ T. 1981

[27] Der fachgerechte Aufsatz, der von Mihály Szabados im Jahrbuch des Magyarságkutató Intézet [Forschungsinstitut des Ungarntums], 1989, veröffentlicht worden ist (SZABADOS 1989), ist noch vor der Volkszählung aus dem Jahre 1992 verfaßt worden. Der Verfasser, der sich hierbei auf die Ergebnisse der rumänischen Volkszählung aus dem Jahre 1930 stützt, verfügt über keinerlei Angaben aus der Zeit danach; so kann er sich selbst die Entwicklung der absoluten Zahl der Moldauer Katholiken betreffend nur auf Schätzungen beschränken.

[28] Die kirchlichen Registraturen, die aus dem 17. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammen, sind - mit Ausnahme jener von Bandinus, die als relativ genau betrachtet werden kann - alle äußerst lückenhaft, die Zahl der Moldauer Ungarn war mit Wahrscheinlichkeit immer höher als die dort veröffentlichte. Ihre Angaben faßte als Erster Pál Péter Domokos zusammen. (DOMOKOS 1938)

[29] Auner faßt am Ende seines Buches (S. 78-83) die Zahl der Katholiken auf der Grundlage des Schematismus, der von der Diozöse Jászvásár für das Jahr 1902 herausgegeben worden ist, zusammen, doch zählt er nur jene Dörfer auf, von denen im Buch die Rede war, oder wo die Zahl der Katholiken 100 Personen übersteigt. Daher ist die von ihm veröffentlichte Endsumme (64.601 Personen) um sehr viel geringer als die tatsächliche Zahl der Moldauer Katholiken zu der Zeit. Die auf diese Weise errechnete Angabe übernimmt auch die spätere Literatur (z.B. Mikecs). Als glaubwürdig muß von uns die Angabe von 88.803 Personen der Volkszählung aus dem Jahr 1899 angenommen werden, wobei in Betracht gezogen werden muß, daß bei der Erhebung durch die Volkszählung auch solche Katholiken miteinbezogen wurden, die sich nur zeitweilig in Moldau aufhielten und zum Zweck der Beschäftigung (Forstbewirtschaftung, Eisenbahnbau, Salzbergwerke usw.) aus der östereichisch-ungarischen Monarchie eingetroffen waren. Die Volkszählung rechnet ebenso die aus Siebenbürgen gekommenen rumänischen Katholiken zu der Zahl der Katholiken (diese traten kontinuierlich zur griechisch-orthodoxen Religion über) sowie ungefähr 2.000 italienische Waldarbeiter. (GYÕRFFY 1942. 459)

[30] SCÃRLÃTESCU, I.: Statistica demograficã a României. Extras din Buletinul Statistic al României. 1921. Nr. 6-7. 55. 70. p. Die Volkszählung aus dem Jahr 1912 fand auf dem Gebiet Moldaus 97.771 Katholiken vor, doch von diesen waren nur 77.227 Personen rumänische Staatsbürger. Die Zahl der ausländischen Staatsbürger betrug 19.429 Personen (von ihnen 8.226 ungarische Staatsbürger), als Heimatlose wurden 1.103 katholische Personen eingeordnet. Es ist annehmbar, daß ein Teil der Katholiken, die sich zeitweilig als Gastarbeiter in Moldau aufhielten (beispielsweise Szekler), später in seine ursprüngliche Heimat zurückgekehrt ist, doch die Zahl der Ausländer, die sich endgültig in Moldau niederließen, sich zum Tschangotum assimilierten, mochte auch beträchtlich gewesen sein. Die römisch-katholischen Rumänen, die von siebenbürgischer Herkunft waren, traten größtenteils zum orthodoxen Glauben über und assimilierten sich mit dem Moldauer Rumänentum. Diese demographischen Bewegungen können wir zahlenmäßig nicht fassen.

[31] siehe: MANUILÃ 1938. Ohne Bukowina und - natürlich - Bessarabien. Die Gliederung der Volkszählungsdaten der Moldauer Katholiken von 1930 nach Dörfern veröffentlichte Pál Péter DOMOKOS (1987. 521-535) auf der Grundlage der rumänischen offiziellen Publikation (Recensãmântul general al populaþiei României din 29 Decemvrie 1930, Vol. II: neam, limba maternã, religie. Bucureºti, 1938.), in der die Ergebnisse der Volkszählung veröffentlicht wurden.

[32] In den Komitaten Moldaus leben innerhalb der heutigen Verwaltungsgrenzen insgesamt 243.133 Katholiken (Bacãu: 125.805, Neamþ: 62.374, Iaºi: 39.627), Vaslui: 6.924, Vrancea: 5.075, Galaþi: 2.463 und Botoºani: 865 Personen. Diese Zahl umfaßt jedoch auch die Angaben des zu Beginn der 1960-er Jahre von dem Komitat Csík zu Bacãu angegliederten Gyimesbükk. Die im Jahr 1992 in der Gemeinde registrierten 3.095 Katholiken (beziehungsweise die 2.933 Personen ungarischer Nationalität) können nicht zu den Moldauer Tschangos gerechnet werden. Die summierte Zahl beinhaltet weiterhin nicht die katholische Bevölkerung des Komitats Suceava in der Größenordnung von 9.542 Personen, da das Gebiet des Komitat fast vollständig zur einstigen Bukowina gehört, deren Angaben in der Zusammenstellung in Bezug auf Moldau aus dem Jahr 1930 nicht vorkommen. Heute ist mehr als die Hälfte (4.882 Personen) der Katholiken im Komitat Suceava polnischer, deutscher und ukrainischer Ethnie, hat also nichts mit dem Tschangotum zu tun.

[33] Die Volkszählung aus dem Jahr 1992 hat in Siebenbürgen 79.337 Personen rumänischer Nationalität und römisch-katholischen Glaubens nachgewiesen. Die Mehrheit von ihnen lebt in den Industrieregionen Südsiebenbürgens - in den Komitaten Temes (14.436), Brassó (9,835), Hunyad (9.119), Krassó-Szörény (6.269), Arad (5.742), Szeben (2.000) - und im Szeklerland - in den Komitaten Hargita (3.357), Kovászna (2.829), Maros (2.091) - in Städten. Da in den letzten Jahrzehnten diese Gebiete die Zielpunkte der nach Siebenbürgen strömenden Moldauer Rumänen waren, kann mit Recht angenommen werden, daß der größere Teil der nahezu 80.000 siebenbürgischen Katholiken, der sich zur rumänischen Nationalität bekennt, von tschango Herkunft ist, die übrigen hingegen stammen aus den Reihen der assimilierten siebenbürgischen Ungarn, Deutschen, Slowaken usw. Über die Präsenz von Moldauer Tschangos in Siebenbürgen berichten auch kirchliche Mitteilungen. Südlich der Karpaten waren die Erdölgebiete in der Umgebung von Plojest, der Meereshafen von Kostanca und vor allem Bukarest selbst die Zielpunkte für den Zuzug der Tschangos.

[34] Von den ungarischen Forschern haben mehrere auf diese Ergebnisse hingewiesen. Siehe beispielsweise: SZABADOS 1989, HALÁSZ 1992.

[35] Population de la Moldavie, 1859., Bucureºti, o. J.

[36] LAHOVARI et alii 1898-1902. Vol. I-V.

[37] Die Aufmerksamkeit der Forscher weckten in erster Linie die demographischen Angaben (DOMOKOS 1938 und 1987, SZABADOS 1989); in anderer Hinsicht - beispielsweise die angegebenen Moldauer Ortsnamen betreffend - wurde keine Aufarbeitung vorgenommen. Pál Péter Domokos zählt in seinem Aufsatz aus dem Jahr 1938, in dem er die historischen Zahlenangaben des Moldauer Ungarntums zusammenfaßt, auf der Grundlage des Wörterbuchs 71 solche Moldauer Ortschaften auf, in denen (auch) Ungarn leben, wobei er die Zahl der Gesamteinwohnerschaft veröffentlicht beziehungsweise die Angaben nach Nationalitäten aufgeschlüsselt (DOMOKOS 1938), die Artikel des Wörterbuchs in Bezug auf die tschango Dörfer publiziert er in A moldvai magyarság (DOMOKOS 1987. 119-124).

[38] Nach den Berechnungen von Mihály Szabados ging die Verhältniszahl der Ungarn in den 31 Gemeinden der Komitate Bákó und Román, in denen das Große Geographische Wörterbuch die ungarische Ethnie anzeigt, in den letzten vier Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts von 89,6% auf 71,1% zurück, das heißt "innerhalb von fünfunddreißig Jahren wurde ein Drittel der Personen ungarischer Nationalität zu Rumänen". (SZABADOS 1989. 94-95.) Szabados bezieht die Angaben zur Nationalität aus dem Jahr 1859 auf die gesamte katholische Bevölkerung der beiden Komitate (89,6%), und da er über keine solche Angabe aus dem Jahr 1898 verfügt, gelangt er, indem er innerhalb der katholischen Bevölkerung der 31 Dörfer, die im Marele Dictionar Geografic erwähnt sind, seine Berechnungen anstellt, zu der Verhältniszahl von 71,1%. Das gesamte Komitatsgebiet betrachtet könnte man hingegen auf eine Assimilation in noch größerem Umfang schließen: Das Wörterbuch erwähnt von der 23.123 Personen betragenden katholischen Bevölkerung des Komitats Román 8.728 Bersonen als Ungarn (statt der 94,6% in dem Jahr 1859 37,7%), von den 35.489 Personen katholischen Glaubens hingegen 15.538 (statt 86,6% 43,7%). Die Einschmelzung war jedoch bei weitem nicht so hoch: Das Quellenwerk erwähnt nämlich mehrere Dörfer mit vollständig ungarischer Bevölkerung nicht, und auch die Bevölkerungszahl der nicht erwähnten Dörfer mit ungarischer Diaspora ist bedeutend. Diese Lückenhaftigkeit des Wörterbuchs zählt Pál Péter Domokos auf, der in seinem Aufsatz, der in der Zeitschrift Hitel erschienen ist, 71 solche Moldauer Ortschaften erwähnt, in denen auch Ungarn leben (DOMOKOS 1938. 304-308.). Die Liste von Gábor Lükõ, in der mehrere hundert Dorfnamen erwähnt sind (LÜKÕ 1936), beziehungsweise der Kartenanhang sind nicht genau, er zeigt an vielen solchen Orten keine Ungarn an, wo sie auch heute noch leben, beziehungsweise zeigt er dort eine ungarische Einwohnerschaft an, wo deren Existenz fragwürdig ist. Obgleich es sich hier um Angaben handelt, die aus offiziellen Quellen stammen, sind die Umstände der Erhebungen des Großen Geographischen Wörterbuchs unbekannt: Wir wissen nicht, auf der Grundlage welcher Kriterien innerhalb der katholischen Bevölkerung eines tschango Dorfes ein Teil der Bevölkerung als ungarisch, ein anderer als rumänisch qualifiziert wurde. Bei der Schätzung des Umfanges der Assimilation muß weiterhin in Betracht gezogen werden, daß die Gesamtzahl der Katholiken entsprechend der Volkszählung aus dem Jahr 1899 auch die seit 1859 aus Siebenbürgen eingetroffenen Personen nicht ungarischer Ethnie umfaßt.

[39] Diesbezüglich: siehe die Berechnungen von Mihály Szabados (1989. 91-93.).

[40] Es gibt Personen, die im Fall der Volkszählung aus dem Jahr 1992 selbst die Glaubwürdigkeit der Angaben in Bezug auf die konfessionelle Zugehörigkeit als fragwürdig hinstellen, denn zur Zeit der Erhebung berichteten an mehreren Orten Vertreter der katholischen Kirche in Moldau darüber, daß die Beamten, die die Volkszählung durchführten, katholische Gläubige als Orthodoxe registrierten. Wenn solche Fälle auch vorgekommen sein sollten, so verändert dies wohl kaum das Gesamtbild, denn zwischen der veröffentlichten internen Statistik der Kirche (siehe das jährlich erscheinende Jahrbuch des Bistums Jászvásár mit dem Titel Almanahul "Presa Bunã") und der Volkszählungserhebung existieren kaum bedeutende Unterschiede.

[41] Der oben erwähnte demographische Aufsatz (SZABADOS 1989) zeigt, daß die Volkszählung aus dem Jahr 1930 vor allem dort eine ungarischsprachige beziehungsweise ungarischstämmige ("originea etnicã") Bevölkerung aufweist, wo die Katholiken in der Diaspora, mehr oder weniger rumänisiert, leben, dort hingegen, wo das Moldauer Ungarntum in Blöcken lebt, will die Erhebung angeblich nichts von ihnen wissen.

[42] Nach dem Zweiten Weltkrieg sind folgende vlokskundliche Werke zu dem Thema der Tschangos erschienen: Bosnyák, Sándor: A moldvai magyarok hitvilága. Budapest, 1980. (Folklór Archivum 12.); Domokos, Pál Péter - Rajeczky, Benjamin: Csángó népzene. I-III. Budapest, 1956, 1961, 1991.; Faragó, József - Jagamas, János: Moldvai csángó népdalok és népballadák. Bukarest, 1954.; Hrsg. Halász, Péter: "Megfog vala apóm szokcor kezemtõl..." Tanilmányok Domokos Pál Péter emlékére. Budapest, 1993.; Hegedûs, Lajos: Moldvai csángó népmesék es beszélgetések. Népnyelvi szövegek moldvai telepesekrõl. Budapest, 1952.; Kallós, Zoltán: Balladák könyve. Bukarest, 1970.; ders.: Új guzsalyam mellett. Egy klézsei asszony énekei. Bukarest, 1973.; ders.: Ez az utazólevelem. Balladák új könyve. Budapest, 1996.; Dr. Kós, Károly - Szentimrei, Judit - Dr. Nagy, Jenõ: Moldvai csángó népmûvészet. Bukarest, 1981.; Hrsg. Péterbencze, Anikó: "Moldovának szíp táiaind születem..." Magyarországi csángó fesztivál és konferencia. Jászberény, 1993.; Pozsony, Ferenc: Szeret vize martján. Moldvai csángómagyar népköltészet. Kolozsvár, 1995.; Seres, András - Szabó, Csaba: Csángómagyar daloskönyv. Moldva 1972-1988. Budapest, ohne Jahresangabe; Tánczos, Vilmos: Gyöngyökkel gyökereztél, Gyimesi és moldvai archaikus imádságok. Csíkszereda, 1995.; Veress, Sándor: Moldvai gyûjtés. Budapest, 1989. (Magyar Népköltészeti Gyûjtemény XVI.); Hrsg. Viga, Gyula: Tanulmányok és közlemények a moldvai magyarokról. A Néprajzi Látóhatár tematikus száma. III. Jg. 1994. 1-2.
Von der Aufzählung der historischen und sprachwissenschaftlichen Arbeiten, der Reportagenbände, literarischen Werke sehe ich ab. Am Thema Interessierte können weitere bibliographische Angaben in dem von Péter Halász zusammengestellten Heft, das eine Lücke ausfüllt, finden (A moldvai magyarság bibliográfiája. Budapest, 1996), hier wird auch eine Möglichkeit der zukünftigen fachgerechten, nach Vollkommenheit strebenden bibliographischen Aufarbeitung der tschango Literatur in Aussicht gestellt.

[43] Ein Teil von ihnen - mindestens 15.000 Personen - sind ausländische Staatsbürger. (vgl. die Angaben aus dem Jahr 1912)

[44] Das Marele Dicþionar Geografic al României qualifiziert in 19 Ortschaften des Komitats Bákó und 12 des Komitats Román soviele Katholiken als Personen mit ungarischer Muttersprache. (SZABADOS 1989. 94) Darüber hinaus haben auch noch in einigen weiteren Dörfern Personen mit ungarischer Muttersprache gelebt (z.B. in den katholischen Dörfern um Aknavásár herum), deren ungarische Einwohnerschaft das Wörterbuch nicht erwähnt. Diese - meist vollkommen ungarischen - Ortschaften vermerkt Pál Péter Domokos aufgrund seiner Erfahrungen vor Ort sehr richtig (DOMOKOS 1938. 304-308.). In der Mehrzahl dieser Dörfer lebt auch heute noch die ungarische Sprache fort. Die Zahl jener, die ungarisch als Muttersprache hatten, war also zur Jahrhundertwende wesentlich höher als die vom Dicþionar angegebene.

[45] Davon sind 77.227 Personen (3,6%) rumänische Staatsbürger, 19.429 Personen (0,9%, davon ungarische Staatsbürger 8,226 Personen, das heißt 0,4%) ausländische Staatsbürger, Heimatlose 1.103 Personen (0,1%), unbekannt 12 Personen (0,0%).

[46] Quelle: SCÃRLÃTESCU, I.: Statistica demograficã a României. Extras din Buletinul Statistic al României. 1921. Nr. 6-7. 55. 70. p.

[47] Angabe zur Muttersprache. Der Nationalität nach wurden gleichzeitig 20.964 Einwohner als Ungarn qualifiziert.

[48] Quelle: MANUILÃ 1938.

[49] Angaben nach ethnischer Herkunft.

[50] Recensãmântul general al României din 1941 6 aprilie. Date sumare provizorii. Bucureºti. Institutul Central de Statisticã. 1944. XI. p.

[51] Angaben nach Muttersprache.

[52] GOLOPENÞIA, A. - GEORGESCU, D. C.: Populaþia Republicii Populare Române la 25 ianuarie 1948. Rezultate provizorii ale recensãmântului. Extras din Probleme Economice. 1948. Nr. 2. 38. p.

[53] Nach der Verwaltungseinteilung aus dem Jahr 1992, ohne das Komitat Suceava und ohne Gyimesbükk.

[54] Angaben nach Nationalität. Nach Muttersprache etwa 15.000 Personen. (Nach der Verwaltungseinteilung aus dem Jahr 1992 stehen zwischen 1956-1977 nur die Angaben nach Nationalitäten zur Verfügung. Angaben zur Muttersprache besitzen wir 1956 und 1966 nur auf der zeitgenössischen Provinzebene.)

[55] Nach der Verwaltungseinteilung aus dem Jahr 1992, ohne das Komitat Suceava und ohne Gyimesbükk.

[56] Angabe nach Nationalität. Nach der Muttersprache ca. 7.000 Personen.

[57] Ohne das Komitat Suceava und ohne Gyimesbükk. Die Zahl der Ungarn nach Nationalität.

[58] Ohne das Komitat Suceava und ohne Gyimesbükk.

[59] Angabe nach Nationalität. (Nach Muttersprache 3.118 Personen.) Von ihnen beträgt die Zahl der Personen römisch-katholischen Glaubens 1.826.

[60] Quelle: Recensãmântul populaþiei ºi locuinþelor din 7 ianuarie 1992. Structura etnicã ºi confesionalã a populaþiei. Bucureºti, Comisia Naþionalã pentru Statisticã, 1995.

[61] In der Presse sind mehrere Reportagen vor Ort erschienen, in deren Licht die Korrektheit der Erhebung vom Jahr 1992 stark zu hinterfragen ist. In den Zeitschriften Felebarát aus Kolozsvár (1992/Nr. 1-2), Romániai Magyar Szó (RMSZ) aus Bukarest (11.-12. Apr. 1992, Beilage S. a-b) und Kapu (1992 Nr.5, 53-55) berichtet László Vetési über die Volkszählung in Leszpéd. Das Verfasserduo Gergely CSOMA - János BOGDÁNFALVY, das sich zur Zeit der Volkszählung in Moldau aufhielt, stellt anhand von konkreten Fällen die ungarischfeindliche Propaganda der Moldauer katholischen Pfarrer, die sie auf Anweisung von oben betrieben, und die Ordnungswidrigkeiten der Volkszählungsbeamten dar. (1993. 165-167) Die Ausgabe des RMSZ vom 23. April 1993 veröffentlichte die verurteilende Erklärung des Verbandes der Moldauer Tschangoungarn (Moldvai Csángómagyarok Szövetsége). Über Aktionen, die die tschango Bevölkerung verängstigten, berichtete am 24. Januar 1992 der Folklorist Zoltán Kallós in der Sendung Panoráma im Ungarischen Fernsehen. Mehrere Zeitungen veröffentlichten die Protesterklärung der Volkszählungsbeamtin Margareta Percã aus Szabófalva, in der sie unter anderem die Rolle der Moldauer katholischen Kirche beleuchtet: "Vom 1. Januar 1992 an forderte der Beauftragte des Römisch-katholischen Ordinariats von Jászvásár und der Pfarrer der Gemeinde die Bevölkerung jeden Tag beharrlich und beständig dazu auf, sich bei der Registratur unbedingt zur rumänischen Nationalität zu bekennen. Es wurde damit argumentiert, das die Bezeichnung römisch-katholisch aus der Benennung rumänisch stamme. Die Agitation, die im Kreis der Bevölkerung gestartet wurde, erreichte am 6. Januar 1992 ihren Höhepunkt, als der Pfarrer den Gläubigen drohte, indem er sagte: Insofern sie sich nicht zur rumänischen Nationalität bekennen würden, würde erneut jene Situation entstehen wie im Jahr 1940, als die Frage der Aussiedlung des Moldauer Ungarntums auftauchte. Am Morgen des 7. Januar 1992 gab ich meine Registraturmappe im Bürgermeisteramt der Gemeinde ab, indem ich gegen diese grobe Einmischung protestierte, die von Seiten einer solchen Institution stattfand, die großen Einfluß auf die Bevölkerung des Dorfes hat und deren offensichtliches Ziel es ist, das Ergebnis der Volkszählung zu verfälschen." (RMSZ, 22. Jan. 1992, S. 3)
Die Propaganda und Verängstigung, die mit den Mitteln der Massenkommunikation, durch die katholischen Pfarrer und die lokale Intelligenz geführt wurde, trug in entscheidendem Maße dazu bei, daß sich das Tschangotum mit seiner unsicheren Identität überall zur rumänischen Nationalität bekannte. Dem katholischen Pfarrertum gelang es zu der Zeit im Kreis der Tschangos im allgemeinen die Ansicht zu verbreiten, daß die römisch-katholische Religion (römisch: romano catolic) eigentlich rumänisch-katholisch (rumänisch: român catolic) bedeutet. Es gibt auch Angaben darüber, daß die Volkszählungsbeamten dazu angewiesen wurden, die Volkszählungsbögen vor Ort nur mit Bleistift auszufüllen beziehungsweise niemanden als Ungar einzutragen.
Das vollkommene Verschwinden der Moldauer ungarischen Ethnie aus den Zahlenreihen resultierte demnach neben den existierenden Assimilationsprozessen aus einer künstlich geschaffenen psychologischen Situation, sowie den Manipulationen während der Volkszählungserhebungen. Árpád E. Varga kommt, nachdem er die Ordnungswidrigkeiten in Moldau bei der Volkszählung im Jahr 1992 veröffentlicht hat, zu der Schlußfolgerung:" Es kann als sicher angenommen werden, daß infolge des Drucks von Seiten der Kirche und der Behörden in den tschango ungarischen Dörfern beinahe jeder ohne Ausnahme mit rumänisch als Muttersprache und rumänischer Nationalität eingetragen wurde." (VARGA 1998. 225.) (Wie dies bereits oben aufgezeigt wurde, wies die Volkszählung in den tschango Dörfern schließlich insgesamt 525 katholische Ungarn auf.)

[62] Die Angabenreihe, die das Gerüst der Schätzungen bildet, habe ich bereits veröffentlicht (TÁNCZOS 1997 und 1998), das Ziel der gegenwärtigen Studie ist es, diese Angaben zu analysieren und in historische Perspektiven zu projizieren.

[63] Wir haben beispielsweise keine Angaben über die Dörfer Fântânele [-Noi] (1992 249 katholische und 1800 orthodoxe Einwohner) und Jázu Porkuluj (heute: Iazu Vechi, 272 orthodoxe und 56 katholische Einwohner) im Komitat Iaºi, die Pál Péter Domokos als "rein ungarisch" bezeichnet. (DOMOKOS 1987. 255) Im letztgenannten Dorf fanden die Kolozsvárer Sprachwissenschaftler in den fünfziger Jahren noch Personen, die ungarisch sprachen. (SZABÓ T. 1981. 518) Die Volkszählung aus dem Jahr 1930 wies in dem Bergdorf namens Podul Schiopului im damaligen Komitat Putna (heute: Vrancea) 185 Personen römisch-katholischen Glaubens und 266 mit ungarisch als Muttersprache auf.

[64] Die Tabelle beinhaltet jene Ortschaften, in denen auch heute noch ungarisch gesprochen wird. Bei der Feststellung der Namensformen der Dörfer habe ich mich - wo dies möglich war - auf das Magyar helységnév-azonosító szótár [Ungarisches Wörterbuch zur Ortsnamenbestimmung] (Hrsg. Lelkes, György, Budapest, 1992) gestützt, doch zur Erleichterung ihrer Bestimmung gebe ich immer auch ihren heutigen rumänischen Namen an.
Die Angaben zu jenen Dorfteilen, die bei den Volkszählungen nicht ausreichend begründet als selbständige Dörfer betrachtet wurden, werden hier nicht gesondert ausgewiesen, sondern zu den Angaben der Dörfer hinzugerechnet, deren Teil sie bilden. (z.B. bei Teilen von Bogdánfalva, Lujzikalagor, Lábnik usw.). Im umgekehrten Fall hingegen - wenn bei den Volkszählungen selbständige Siedlungen zusammengeschlossen wurden - versuchen wir deren Angaben gesondert zu veröffentlichen. (z.B. die angegliederten Dörfer von Forrófalva und Nagypatak, Aknavásár oder Szlanikfürdõ usw.)

[65] Volkszählungsangaben

[66] Volkszählungsangaben

[67] Vor Ort geschätzte Angabe. Im Fall von einzelnen Dörfern zeige ich mit dem Zeichen a + die addierte Zahl der ungarischsprachigen Orthodoxen an.

[68] Diese Zahl wurde auf der Grundlage der Angabe zu den ungarisch sprechenden Personen errechnet. Sie zeigt zugleich das Stadium der sprachlichen Assimilation in dem entsprechenden Dorf an.

[69] Volkszählungsangaben

[70] Ohne die ungarisch sprechende orthodoxe Bevölkerung. (In ähnlichen Fällen im Weiteren ebenso.)

[71] unter dem Namen Secãtura

[72] Bei der Volkszählung aus dem Jahr 1930 werden die Ortsteile von Bogdánfalva mit den Namen Albeni, Buchila, Dãmuc, Valea de Sus, Floresºti, Frãsinoaia und Rujinca gesondert aufgeführt. 1992 wird nur noch Buchila gesondert ausgewiesen.

[73] unter dem Namen Ferdinand

[74] Ungarisch sprechende Zigeuner, orthodoxen Glaubens und Anhänger der Pfingstbewegung

[75] Die Volkszählung aus dem Jahr 1992 gibt die Angaben von Forrófalva (Fãrãoani) und Nagypatak (Valea Mare) nur gemeinsam an (insgesamt 5.400 Katholiken, 51 Orthodoxe).

[76] kirchliche Angabe (ALMANAHUL 1995. 135)

[77] Hinzugerechnet die Bevölkerung der Ortsteile Costiþa, Valea-Dragã, Valea de Jos (Mare) und Valea de Sus.

[78] Rácsila ist eigentlich (z. B. hinsichtlich der Kirchenverwaltung) ein Teil von Leszpéd.

[79] Bergyila ist ein Teil des Dorfes Gura Vãii, das zur Kreisgemeinde Racova gehört. Die Volkszählungsangaben wurden weder 1930 noch 1992 gesondert aufgeführt, doch es ist sicher, daß die Mehrzahl der Katholiken, die in Gura Vãii aufgeführt wurden, in Bergyila lebt.

[80] Es können nur noch diejenigen ungarisch, die aus den katholischen Dörfern der Umgebung in das Dorf eingeheiratet haben.

[81] Gemeinsam mit den Ortsteilen Corhana und Osebiti, die in den Volkszählungen gesondert aufgeführt sind.

[82] Siehe Fußnote zu Nagypatak.

[83] Kirchliche Angabe (ALMANAHUL 1995. 121). Die Volkszählung aus dem Jahr 1992 gibt die Angaben von Forrófalva (Fãrãoani) und Nagypatak (Valea Mare) nur gemeinsam an (insgesamt 5.400 Katholiken, 51 Orthodoxe).

[84] Gemeinsam mit dem gesondert aufgeführten Ortsteil Alexandrina.

[85] unter dem Namen Valea Rea

[86] unter dem Namen Gh. Buzdugan

[87] Die Angaben des in der Mehrheit katholischen Berindeºti findet man bei dem fast ausschließlich orthodoxen Gâºteni, die angegebenen Zahlen beziehen sich demnach auf die beiden Dörfer gemeinsam.

[88] unter dem Namen Unguri

[89] Der bei der Volkszählung (und zeitweise auch in der ungarischen Fachliteratur) gesondert aufgeführte Ortsteil Podu Roºu (Podoros) ist ein Teil von Lábnik.

[90] 1930 ist der katholische Ortsteil unter dem Namen Fântânele aufgeführt.

[91] Ungfähr 200 orthodoxe Zigeuner und Rumänen sprechen auch ungarisch.

[92] unter dem Namen Râpa-Epei

[93] unter dem Namen Gura Solonþi

[94] unter dem Namen Sârbi

[95] Die Katholiken leben in dem Ortsteil Neszujest/Nãsuieºti des Dorfes Strugari, sowie in den Dörfern Cetãþuia und Rãchitiºu.

[96] 1930 sind Gãidar und Coman gesondert aufgeführt, ersteres mit einer Bevölkerung von 369, letzteres von 42 Personen.

[97] Das Dorf Váliri ist ein Teil des neu erbauten Livezi. 1930 unter dem Namen Valea Rea.

[98] In den Dörfern Butucari, Dragomir, Martin-Berzunþi und Moreni zusammen. Die ungarisch Sprechenden vor allem in dem Ortsteil Butukár.

[99] Gemeinsam mit dem selbständig aufgeführten kleinen Ortsteil Cãdãreºti. Csügés besteht eigentlich aus zwei Siedlungen - aus Románcsügés und Magyarcsügés -, doch wurde diese Aufteilung bei der Volkszählung nicht in Betracht gezogen. Cãdãreºti ist ein Teil von Magyarcsügés.

[100] Die Orthodoxen in Magyarcsügés sprechen alle ungarisch, sowie auch der Großteil der Bevölkerung von Románcsügés.

[101] Die Volkszählungen führen die Ortsteil gesondert auf. Die veröffentlichten Angaben beziehen sich auf die gesamte Gemeinde. Ungarisch Sprechende leben hauptsächlich in den Ortsteilen Cuchiniº und Buruieniº.

[102] Die Angaben haben wir im Fall beider Volkszählungen summiert angegeben. Ungarisch sprechende Katholiken leben in traditioneller Siedlungsstruktur hauptsächlich in der Randgemeinde Vermeºti.

[103] Die summierte katholische Bevölkerung von Moineºti, Lunca Moineºti und Lucãceºti.

[104] Katholiken vor allem in dem Teil Magyardormán/Brãtuleºti.

[105] Die summierte Zahl beinhaltet die 1930 nicht getrennt aufgeführte katholische Bevölkerung von Dofteana, Bogata, Valea Câmpului und Seaca.

[106] Valea Câmpului ist heute ein Teil des Dorfes ªtefan Voda. Die Volkszählungsangaben aus dem Jahr 1992 beziehen sich auf das gesamte Dorf.

[107] Die Volkszählung aus dem Jahr 1930 führt in der Stadt Târgul Ocna (Aknavásár) 2.539, und in der heute nicht mehr genau zu bestimmenden Ortschaft Slanic 998 Katholiken auf. Zu beiden Ortschaften gehören mehrere Dörfer, und die heutige Differenzierung der summierten Zahlen nach Dörfern ist nicht ausführbar. Sicher ist jedoch, daß die durch die Volkszählung ausgewiesenen 3.537 Katholiken in Aknavásár (Târgul Ocna), Szalanctorka (Gura Slãnic), Degettes (Pãcura), Szlanikfürdõ (Slanic Bãi), Szalánc (Cireºoaia) und Cserdák (Cerdac) leben.

[108] Degettes (Pãcura) mit seiner katholischen Bevölkerung ist ein Teil des orthodoxen Dorfes Poieni, was eine Randgemeinde von Aknavásár ist. Die angegebenen Volkszählungsangaben beziehen sich auf Poieni, doch die 235 Katholiken leben in Degettes.

[109] Das Dorf ist heute eine Randgemeinde von Aknavásár. Die Gesamtzahl der Bevölkerung kann aufgrund des Fehlens von Angaben nicht geschätzt werden.

[110] 1930: Slanic Bãi. Siehe auch die Fußnote zu Aknavásár.

[111] Die Volkszählung von 1930 führt die Bevölkerung von Diószeg (Tuta) und Viiºoara unter Tatros (Târgu Trotuº) auf. In Viiºoara leben jedoch keine Katholiken. Die Gesamtzahl der Katholiken von Tatros und Diószeg beträgt 1.796 Personen.

[112] Die Volkszählung aus dem Jahr 1930 führt die Angaben von Szitás (Nicoreºti), Újfalu (Satu Nou), Szõlõhegy (Pârgãreºti) und Bahána (Bahna), die von Tschangos bewohnt werden, summiert unter Bogdaneºti mit orthodoxer Bevölkerung auf.

[113] Das bei den Volkszählungen aufgeführte Dorf Câlcºi ist ein Teil von Gorzafalva.

[114] Die Stadt besitz einen traditionell ungarischen Ortsteil. Die absolute Zahl bezieht sich nur auf diesen, der prozentuale Anteil hingegen uaf die gesamte Stadt. Über den Sprachzustand derjenigen, die in Wohnsiedlungen leben, gibt es keine Angaben.

[115] Váliszáka ist heute ein Teil des Dorfes ªtefan cel Mare. Die angegebenen Zahlen beziehen sich auf dieses Dorf.

[116] Das Dorf gehört heute zum Komitat Vrancea.

[117] Pál Péter Domokos traf zu Beginn der dreißiger jahre in Horgesti noch auf ungarisch sprechende Ältere, und bezeichnet auch "halb Valény" als ungarischsprachig. (DOMOKOS 1987. 233)

[118] Diese Zahl liegt um 10.000 Personen unter der Schätzung von Pál Péter Domokos aus dem Jahr 1931, der die Bevölkerungszahl des Moldauer Ungarntums damals - noch in Unkenntnis der Volkszählungsangaben aus dem Jahr 1930 - auf 55.000 Personen festlegte. László Mikecs bezeichnete diese Schätzung später als "etwas optimistisch". (MIKECS 1941. 249)

[119] In den vergangenen Jahren ist zum Fragebkomplex des tschango Identitätsbewußtseins eine Reihe von längeren und kürzeren Aufsätzen und Artikeln erschienen. Ohne den Anspruch auf Vollständigkeit hebe ich solche hervor, die die Tschango-Forschungen durch neue Gesichtspunkte bereichert haben: Barna, Gábor: Moldvai magyarok a csíksomlyói búcsún. In: Hrsg. Halász, Péter: "Megfog vala apóm, szokcor kezemtül..." Aufsätze in Gedenken an Pál Péter Domokos. Budapest, 1993. 45-61.; Diószegi, László - Pozsony, Ferenc: A moldvai csángók identitásának összetevõirõl. In: Hrsg. Diószegi, László: Magyarságkutatás 1995-96. Budapest, 1996. 105-112.; Fodor, Katalin: A csángók identitásproblémájának nyelvi és nyelven kívüli okairól. In Hrsg. Kassai, Ilona: Kétnyelvûség és magyar nyelvhasználat. Budapest , 1995. 121-127.; Gazda , József: A nyelv és a magyarságtudat szintjei a moldvai csángóknál. In: Néprajzi Látóhatár Jg. III. 1994. 1-2. 269-282.; Lukács, László: Problems in the ethnic identity of the Moldovan Hungarians. In: Studia Fennica Ethnologica 1995. 3. 156-160.; Magyar, Zoltán: Vallás és etnikum kapcsolata egy moldvai csángó faluban. In: Néprajzi Látóhatár Jg. III. 1994. 1-2. 75-88.; Murádin, László: A kétnyelvûség egy sajátos megnyilvánulása a moldvai csángómagyarok nyelvi tudatában. In: Nyelv- és Irodalomtudományi Közlemények, Jg. XXXVII. 1994. 1-2. 159-162.; Pávai, István: A moldvai magyarok megnevezése. In: Regio 1994. 4. 149-164.; ders.: Vallási és etnikai identitás konfliktusai a moldvai magyaroknál. In: Néprajzi Értesítõ 1996. LXXVIII. 7-27.; Pozsony, Ferenc: Etnokulturális folyamatok a moldvai csángó falvakban. In Katona, Judit - Viga, Gyula (Hrsg.): Az interetnikus kapcsolatok kutatásának újabb eredményei. Miskolc, 1996. 173-179.; Sándor, Klára: A nyelvcsere és a vallás összefüggése a csángóknál. In: Korunk 1996. 11. 60-75.

[120] Die maßgeblichen rumänischen Fachpublikationen zur Aufarbeitung der Volkszählungsergebnisse von 1992 betrachten die Tschango-Problematik - im Licht der registrierten Angaben - als nicht-existent. (Siehe beispielsweise: TREBICI 1995 und 1996) Der Akademiker V. Trebici schreibt an einer Stelle: "Einzelnen ungarischen Quellen zufolge soll die Zahl der Moldauer Tschangos irgendwo zwischen 50-100.000 Personen liegen. Nur daß bei der Volkszählung aus dem Jahr 1992 2.100 Tschangos registriert wurden, die im Laufe der Aufarbeitung in die Spalte "andere Nationalitäten" gelangten. [...] Die Behauptung einiger ungarischer Historiker , nach der der Großteil der Moldauer Tschangos rumänisiert worden ist, sie jedoch ihren katholischen Glauben beibehalten hätten, entbehrt der Grundlage. [...] Die Geschichte der Verbreitung der römisch-katholischen Religion in Moldau ist eine ganz andere, sie ist nicht mit der sog. 'Rumänisierung' der römisch-katholischen Tschangos zu erklären." (TREBICI 1996. 110 und 122., 4. Anm.)


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